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Franz König

Pro Oriente

Trauer um russisch-orthodoxen Erzbischof Feofan von Berlin

Unter seiner Leitung wurde die Eparchie Berlin und Deutschland zur größten Auslandsdiözese der russisch-orthodoxen Kirche

Berlin, 15.09.17 (poi) Der russisch-orthodoxe Erzbischof von Berlin und Deutschland, Feofan (Galinskij), ist nach längerer Krankheit im 64. Lebensjahr verstorben. Bei der von Metropolit Arsenij (Epifanow) von Istra geleiteten Begräbnisliturgie konzelebrierten mit mehreren Bischöfen aus Russland und der Ukraine auch Erzbischof Mark (Arndt) von der russisch-orthodoxen Auslandskirche, der rumänisch-orthodoxe Metropolit Serafim (Joanta), der bulgarisch-orthodoxe Metropolit Antonij (Mihalev), der konstantinopolitanische Bischof Bartholomaios (Kessidis) und der Prager orthodoxe Erzbischof Michal (Dandar). Zu den Konzelebranten zählte auch Bischof Antonij (Sewrjuk) von Zwenigorod, der für die Institutionen des Moskauer Patriarchats außerhalb Russlands zuständig ist. Er wurde von Patriarch Kyrill I. zum Administrator für die Eparchie Berlin bestimmt.

Galinskij stammte aus der Ukraine, wo er 1954 in Bjelaja Cerkow geboren wurde. Er absolvierte zunächst eine chemisch-technische Ausbildung in Dnjepropetrowsk, dann trat er 1972 im damaligen Leningrad (heute wieder St. Petersburg) ins Seminar ein. 1976 wurde er in den Mönchsstand aufgenommen und ein Jahr später zum Priester geweiht. Er studierte Theologie in Moskau, 1977/79 war er am damaligen „Ostkirchlichen Institut“ Regensburg inskribiert. Nach Russland zurückgekehrt, absolvierte er zunächst eine akademische Laufbahn im theologischen Bereich. 1986 wurde er zum stellvertretenden Leiter des kirchlichen Außenamtes ernannt und ein Jahr später zum Bischof von Kaschira geweiht. 1988 erfolgte seine Bestellung als Rektor der traditionsreichen russisch-orthodoxen Gemeinde in Karlovy Vary (Karlsbad). Ab 1991 war er zunächst Locum tenens der Berliner Eparchie, dann Bischof. 1996 wurde er zum Erzbischof erhoben, ab 2015 war er auch offizieller Repräsentant des Moskauer Patriarchats in Deutschland.

Der Moskauer Patriarch Kyrill I. würdigte in einem Kondolenzschreiben, das bei der Begräbnisliturgie verlesen wurde, die Tätigkeit von Erzbischof Feofan, unter dessen Leitung die Eparchie Berlin und Deutschland zur größten Auslandsdiözese der russisch-orthodoxen Kirche wurde. Der Patriarch unterstrich die menschlichen und christlichen Begabungen des überaus beliebten Erzbischofs, den er gut gekannt hatte. Galinskij war der Privatsekretär Kyrills, als dieser als Rektor der theologischen Anstalten im damaligen Leningrad amtierte. (ende)