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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Ökumenischer Brückenschlag von Perchtoldsdorf nach Armenien

Pilgergruppe aus der niederösterreichischen Gemeinde bei Erzbischof Nathan (Hovhanissian), dem Leiter des Außenamtes der armenisch-apostolischen Kirche – Dechant Grünwidl überbrachte Grüße von Kardinal Schönborn

Jerewan-Wien, 01.10.17 (poi) Ökumenischer Brückenschlag von Perchtoldsdorf nach Armenien: Anlässlich der Perchtoldsdorfer Pfarrfahrt nach Armenien (dem seit dem Jahr 301 ersten christlichen Staat der Welt) empfing Erzbischof Nathan (Hovhanissian), Leiter des Außenamtes der armenisch-apostolischen Kirche in Etschmiadzin, Dechant Josef Grünwidl und die 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Pilgerfahrt aus der niederösterreichischen Gemeinde. In Etschmiadzin, an einem der Ursprungsorte des frühen Christentums, betonte Grünwidl: „Wir kommen nicht nur als Besucher nach Armenien, sondern auch als Pilger“. Er sei beeindruckt, wie viele junge Menschen in Armenien in den Kirchen anzutreffen sind, sagte der Dechant. Auch Erzbischof Nathan bezeichnete dies als ein wichtiges Signal, denn „eine Kirche ohne Jugend hat keine Zukunft und eine Jugend ohne Kirche ist verloren“. Grünwidl überbrachte Grüße von Kardinal Christoph Schönborn und hob die Wichtigkeit von Fortschritten in der Ökumene hervor.

Erzbischof Nathan stimmte dieser Ansicht voll zu. Im Gespräch mit der Perchtoldsdorfer Pilgergruppe sagte der Erzbischof: „Von 100 Positionen unserer beiden Kirchen stimmen wir in 99 überein“. In Dankbarkeit erinnerte er an den Besuch von Papst Franziskus im vergangenen Jahr und an dessen Appell zum „ökumenischen Dialog in gegenseitigem Respekt“. Respekt sei eine wichtige Grundlage. In Armenien etwa habe das erste Kloster schon zu einer Zeit bestanden, als in Rom die Christen noch verfolgt wurden, erinnerte der Erzbischof. In allen Christen sollte die Sehnsucht nach einer Einheit herrschen, die weder auf Unterwerfung noch auf Einverleibung ziele.

In herzlichen Worten brachte Erzbischof Nathan (Hovhanissian) seine Freude über den Besuch der österreichischen Gruppe zum Ausdruck; er habe bei Besuchen in Österreich großes Wohlwollen erfahren, zugleich bringe er dem Land auch besondere Sympathie entgegen. Der Erzbischof war zuletzt im Jänner dieses Jahres in Österreich; er leitete in der Wiener armenisch-apostolischen Pfarrkirche St. Hripsime den feierlichen Trauergottesdienst für den verstorbenen Erzbischof Mesrob Krikorian, der einer der großen Wegbereiter der Ökumene in Österreich war. (ende)