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Franz König

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Weltkirchenrat verurteilt Attacke auf Moschee in Ägypten

Generalsekretär Fykse Tveit: „Wir stehen den Muslimen zur Seite und wir werden nicht erlauben, dass diese ruchlose Tat uns trennt“

Genf, 25.11.17 (örkö) Der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Pfarrer Olav Fykse Tveit, hat in scharfen Worten die Attacke auf eine Moschee im nördlichen Sinai verurteilt. Bei der Attacke wurden am 24. November rund 300 Teilnehmer des Freitagsgebets ermordet. Die Moschee wurde der mystischen Sufi-Bewegung zugerechnet, Sufi-Gotteshäuser und Grabmäler sind bevorzugte Ziele der IS-Terroristen. Fykse Tveit appellierte zur Einmütigkeit in der Auseinandersetzung mit der Gewalt: „Wir müssen diese Attacke auf unsere muslimischen Brüder und Schwestern als eine empörende Verachtung des menschlichen Lebens verurteilen. Diese Verachtung ist umso schmerzvoller, wenn betende Menschen getroffen werden. Wir stehen den Muslimen zur Seite, wir gehen mit ihnen und wir werden nicht erlauben, dass diese ruchlose Tat uns trennt“. In einem Kondolenzschreiben an den Großimam der Al-Azhar, Ahmad al-Tayyeb, versicherte Fykse Tveit, dass er für die Getöteten und die Verletzten bete. Wörtlich stellte der Generalsekretär fest: „Wir verurteilen zutiefst diesen tragischen Angriff auf unsere muslimischen Brüder während der Gebetszeit, in einem Gotteshaus, das dem Frieden und der Anbetung dient“.

Solche Verbrechen gegen Gläubige unterschiedlicher Religionen, gegen Kirchen und Moscheen, zeigten, dass Gewalt niemals mit Religion verbunden sein kann, im Gegenteil, diese Verbrechen zielten darauf ab, die Botschaft der Nächstenliebe, die allen Religionen gemeinsam sei, zu zerstören, betonte Fykse Tveit: „Wir sind überzeugt, dass das Böse nicht über Gottes Licht und Güte triumphieren kann. Wir appellieren an Präsident Abd-el-Fattah al-Sisi, an die religiösen Führungspersönlichkeiten und die Regierungspolitiker in der Region, die Sicherheit angesichts der Gewalt und Gerechtigkeit für alle Menschen zu garantieren“.

Fykse Tveit sicherte Al Azhar die Unterstützung des Weltkirchenrats bei den Anstrengungen zur Bekämpfung der extremistischen Ideologie zu. Die Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus im Nahen Osten sei eine „gemeinsame Verantwortung“. Der Weltkirchenrat stehe für die gemeinsame Arbeit für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt ein. (forts mgl)

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