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Franz König

Pro Oriente

Orthodoxer Patriarch von Alexandrien fürchtet Attentate auf dem Sinai

Sorge um das Katharinenkloster

Kairo, 26.11.17 (poi) Große Sorge über die möglichen Konsequenzen des mörderischen islamistischen Attentats auf eine Sufi-Moschee im nördlichen Sinai hat der griechisch-orthodoxe Patriarch von Alexandrien, Theodoros II., geäußert. In einem TV-Interview über den Anschlag, der rund 300 Todesopfer gefordert hat, sagte Theodoros II.: „Ich bin sehr beunruhigt. Vor einem Monat hatte ich die Ehre, den ägyptischen Präsidenten zu treffen, wir haben über die Notwendigkeit der Brüderlichkeit gesprochen. Jetzt stehen wir vor dem großen Problem der Sinai-Halbinsel, die von Terroristen bedroht ist. Unsere Mönche im Katharinenkloster, die Verantwortlichen der Kirchen auf der Halbinsel stehen vor der Frage: Was wird morgen geschehen“. Das Katharinenkloster und die autonome orthodoxe Erzeparchie Sinai liegen zwar auf ägyptischem Territorium, gehören aber kirchlich zum Patriarchat von Jerusalem.

Er sei zutiefst betrübt über das Attentat auf die Al-Rawdah-Moschee, sagte Theodor II.: „Wir nähern uns schwierigen Zeiten. Ein Ereignis wird dem anderen folgen, der ganze Nahen Osten ist bedroht“. Mit dem Attentat sei die „subkutane Krise“ zwischen den Sufis und den radikalen Salafisten an die Oberfläche gekommen. Die Moschee Al-Rawdah gilt als Geburtsort des Sufi-Predigers Scheich Eid al-Jariri, der den Sufismus auf der Sinai-Halbinsel ausgebreitet hat.

Der Anschlag hatte überall in Ägypten Bestürzung und Verurteilung ausgelöst.
Auch der koptische Papst-Patriarch Tawadros II. brachte den Schmerz über das Leid der Betroffenen und die Verurteilung des blutrünstigen Attentats auf eine Moschee zum Ausdruck. Wörtlich stellte Tawadros II. fest: „Wir übermitteln den Familien der Getöteten unsere innige Anteilnahme und beten, dass Gott die Verletzten heilen möge“. Die Anrufung des „barmherzigen Gottes“ gelte aber auch der Befreiung Ägyptens von der Gewalt und vom brutalen Terrorismus: „Wir sind mit der Gesamtheit des ägyptischen Volkes und den staatlichen Institutionen in ihrem gerechten Krieg gegen den Terrorismus und die ‘Gewalt im Namen der Religion‘ solidarisch“.

Eine ähnliche Kondolenzbotschaft formulierte auch der koptisch-katholische Patriarche Ibrahim Isaac. (forts. mgl)

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