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Franz König

Pro Oriente

Russisch-orthodoxe Kirche hat in den letzten 30 Jahren mehr als 30.000 Gotteshäuser renoviert oder neu errichtet

Metropolit Ilarion: „Wir bauen Kirchen nicht, um eindrucksvolle statistische Zahlen zu erzielen, sondern weil die Leute das wollen“

Moskau-Kiew, 27.12.17 (poi) Die russisch-orthodoxe Kirche hat in den letzten 30 Jahren mehr als 30.000 Gotteshäuser renoviert oder neu errichtet. Dies teilte der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Ilarion (Alfejew), in der TV-Sendung „Kirche und Welt“ mit. Insgesamt gebe es derzeit 40.000 russisch-orthodoxe Kirchen in 60 Staaten, fügte der Metropolit hinzu. Wenn die Bautätigkeit so weiter gehe, werde sich die Zahl der russisch-orthodoxen Gotteshäuser in 25 bis 30 Jahren verdoppeln und damit wieder den Stand von 1914 erreichen. „Wir bauen aber Kirchen nicht, um eindrucksvolle statistische Zahlen zu erzielen, sondern weil die Leute das wollen“, betonte Metropolit Ilarion. Man dürfe nicht vergessen, dass Bau oder Renovierung der meisten Gotteshäuser von den Gläubigen finanziert werde, „sowohl von den kleinen Leuten als auch von Unternehmern“. Wörtlich stellte der Metropolit fest: „Gotteshäuser werden nicht als architektonische oder künstlerische Monumente erbaut, sie sind für die Menschen da“. Meistens gebe es zunächst eine Gemeinde, die sich in einer Garage oder Werkstätte versammle, um die Liturgie zu feiern. Dann erst beginne die Sammlung von Geld für den Bau eines würdigen Gotteshauses. Das sollten die Kritiker bedenken, die meinen, dass viele neue oder wiederhergestellte Gotteshäuser leer bleiben würden.

Patriarch Kyrill I. hatte bei der jüngsten Moskauer Diözesanversammlung erklärt, dass die Zahl der orthodoxen Gotteshäuser in der Moskauer Eparchie im Jahr 2017 um 24 auf jetzt 1.154 zugenommen habe. Die Zahl der Geistlichen habe um 23 auf 1.711 zugenommen, 26 Bischöfe, 1.289 Priester und 396 Diakone. 2018 sollen nach Angaben des Patriarchen 33 Neupriester für die Moskauer Eparchie geweiht werden. Wie Kyrill I. bei der Diözesanversammlung mitteilte, gebe es derzeit in der russischen Hauptstadt 15 Männerklöster mit 1.029 Mönchen und 18 Frauenklöster mit 970 Nonnen.

In Kiew sagte Metropolit Onufrij (Berezowskij) bei der Diözesanversammlung, dass es in der ukrainischen Hauptstadteparchie derzeit 396 Pfarrgemeinden gebe, in der Seelsorge seien 777 Priester und Diakone und mehr als 1.000 Mönche und Nonnen im Einsatz. Die Zahl der Priester und Diakone habe im zu Ende gehenden Jahr um 19 zugenommen, die der Mönche und Nonnen um 45. Von den 396 Pfarrgemeinden befänden sich 163 auf Kiewer Stadtgebiet, 233 seien in den umliegenden Regionen. Nach den Angaben des Metropoliten gibt es in der Eparchie Kiew 13 Männerklöster (einschließlich des berühmten Kiewer Höhlenklosters) und zehn Frauenklöster. Zusätzlich gebe es neun direkt dem Patriarchen unterstellte („stauropegiale“) Klöster.

Nach Angaben des ukrainischen Kulturministeriums hat die autonome ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats insgesamt 12.653 Pfarrgemeinden im ganzen Land, in den 208 Klöstern leben 4.807 Mönche und Nonnen. Die Kirche unterhält 3.986 Sonntagsschulen und 135 kirchliche Medien (sowohl im Print- als auch im elektronischen Bereich). (ende)

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