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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Emeritierte Äbtissin von Nonnberg ist jetzt „Protektorin“ von „Pro Oriente“

Festakt für M. Perpetua im Salzburger Bildungszentrum St. Virgil – Erzbischof Kothgasser würdigte die emeritierte Äbtissin als „Brückenbauerin“ der Ökume

Salzburg, 26.01.18 (poi) Mit der höchsten Ehrung der Stiftung „Pro Oriente“, dem „Protektoren“-Titel, wurde die emeritierte Äbtissin von Stift Nonnberg, M. Perpetua Hilgenberg, ausgezeichnet. Bei einem Festakt im Salzburger Bildungszentrum St. Virgil überreichte Erzbischof Franz Lackner am Donnerstagabend der Äbtissin das von Kardinal Christoph Schönborn unterfertige Ernenungsdekret. Der Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) , der den Festvortrag über „Freiheit und Gehorsam in der orthodoxen Theologie und Kirche“ hielt, überbrachte die Segenswünsche des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. Der Vorsitzende der Salzburger „Pro Oriente“-Sektion, Prof. Dietmar W. Winkler, unterstrich, dass der Kreis der „Pro Oriente“-Protektoren durch eine Äbtissin, „eine Zeugin des monastischen Lebens“, besonders aufgewertet wird. Denn das Mönchtum sei durch die Geschichte hindurch immer auch ein besonderer Träger der Würde des Evangeliums gewesen, sagte Prof. Winkler und nannte die Äbtissin in wörtlicher Übersetzung des Protektoren-Titels „unsere neue Leibwächterin“.

Der Salzburger Alterzbischof Alois Kothgasser unterstrich in seiner pointierten Laudatio die Bedeutung des monastischen Lebens als „wesentliche Brücke“ der Ökumene. Das Bemühen um die innere Bekehrung und die Heiligkeit des Lebens sei die „Seele der ganzen ökumenischen Bewegung“. Von entscheidender Bedeutung sei aber auch die persönliche Begegnung, ohne die es keine Fortschritte in der ökumenischen Annäherung und Versöhnung geben könne. Erzbischof Kothgasser verwies auf seine ökumenischen „Pro Oriente“-Reisen, an denen M. Perpetua beteiligt war, von u.a. nach Konstantinopel 2006 über Russland 2008, Armenien 2010 bis Bulgarien 2013. Unauslöschlich sei etwa die Erinnerung an die Osternacht mit dem Moskauer Patriarchen Aleksij II. Gerade bei den Reisen nach Rumänien und Bulgarien sei ihm zutiefst bewusst geworden, wie sehr die europäische Integration „auch eine Frage des Miteinanders der getrennten Kirchen ist“, so Kothgasser: „Im spirituellen Austausch lernen wir voneinander“. Der Alterzbischof hob besondere Aspekte des ökumenischen Einsatzes von M. Perpetua hervor, die er wörtlich als „Brückenbauerin“ bezeichnete. So wurde ihr von Patriarch Bartholomaios I. im Jahr 2006 eine Marienikone geschenkt, die im Kloster Nonnberg bis heute hochverehrt wird. Auf ihre Einladung waren 2013 armenisch-apostolische Nonnen im Stift Nonnberg zu Gast. Und ihre photographischen Fähigkeiten hätten wesentlich dazu beigetragen, die Aspekte des geistlichen Lebens, der Liturgie und der Kultur der Schwesterkirchen als Ganzes zu erfassen.

M. Perpetua betonte in ihren Dankesworten, dass „ohne Gottes Wirken keine Fortschritte möglich sind“. Sie selbst habe schon als Kind mehr evangelische als katholische Freundinnen gehabt. Von entscheidender Bedeutung sei dann die Begegnung mit Kardinal Franz König gewesen, der als Theologieprofessor in Salzburg in den späten 1940er Jahren vorübergehend auf dem Nonnberg wohnte und immer wieder gern in das Stift zurückkehrte. M. Perpetua verwies auf die letzten Worte Kardinal Königs an Metropolit Michael Staikos „Die Ökumene muss weitergehen“ und erinnerte in besonderer Weise an die großzügige und treue Salzburger Mäzenin der ostkirchlichen Ökumene, Maria Anna Mayr-Melnhof. (forts)

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