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Malankara orthodox-syrische Kirche
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MALANKARA ORTHODOX-SYRISCHE KIRCHE

Ritus:    Antiochenisch (westsyrisch)
Liturgiesprache:    Syrisch und Malayalam
Kalender:    Weihnachten und Ostern folgen dem Gregorianischen Kalender.
Gläubige:    1, 5 Mio. Gläubige in Indien, kleine Diaspora
Titel des Ersthierarchen:    Seine Heiligkeit Moran Baselios Thoma Mathews II. (geb. 1915), seit 1991 Katholikos des Ostens und des apostolischen Thrones des hl. Thomas
Sitz:    Kottayam, Kerala (Indien)
Diözesen:    1 Patriarchat, 15 Diözesen - der hl. Synod hat 15 Mitglieder
Status:    Autokephal
Muttersprache:    Malayalam

Achtung: Text noch in Bearbeitung!

Durch die intensiven Unionsbemühungen der Portugiesen in Südindien und den Auseinandersetzungen auf der Synode von Djamper schlossen sich Ende des 17. Jh.s fast alle traditionellen Thomaschristen dem Patriarchat von Antiochia an. Diese Kirche, die sich innerhalb des antiochenischen Patriarchates als autonom verstand, war in den folgenden Jahrhunderten zahlreichen Zerreißproben ausgesetzt, weil es wiederholt Spaltungen und Separationen gab, die teils wieder gekittet werden konnten, teils jedoch wieder aufbrachen und bis heute fortbestehen, weil die einzelnen Bischofsclans untereinander um Macht und Einfluss feilschten. Unter anderem entstanden im 19. Jh. verschiedene protestantische und anglikanische Filiationen, die sich alle im Süden Indiens von der alten syrischen Kirche der Thomaschristen abspalteten und eigene Wege gingen.
Ähnliches gilt für die katholischen Unionskirchen von Malabar und Malankara.

Die Vorgangsweisen dieser Spaltungen verliefen stets nach demselben Schema: ein Bischof ordiniert einen anderen in der Diözese seines Gegenspielers, um ihm Probleme zu bereiten. Mitunter spielten dabei in der Vergangenheit Geld und englische Machtansprüche eine verhängnisvolle Rolle.

So etwa weihte ein aus Syrien kommender Bischof 1757 einen gewissen Mar Cyril zum Bischof, obwohl der Stuhl des Metropoliten von Kerala nicht verweist war. Als Mar Cyril unter Druck geriet, floh er aus Kerala und gründete in Anyoor mit Duldung der Portugiesen eine neue Kirche, die kaum mehr als 10.000 Gläubige hatte und sich "Freie Malabar-Syrische Kirche von Anyoor" nannte. Es bürgerte sich ein, daß der jeweilige Metropolit noch bei Lebzeiten seinen Nachfolger bestimmte, um den Bestand der selbständigen Kirche zu sichern.

Im 19. Jh. florierte die Kirche von Anyoor und gewann zahlreiche Anhänger, bis sich um 1860 infolge der Missionstätigkeit von anglikanischen Priestern die "Mar Thoma Kirche von Malabar" abspaltete, die zwar den westsyrischen Ritus behielt, aber einen Großteil der Gläubigen von Any-oor an sich zog, was bis heute eine schmerzende Wunde in der indischen Kirche insgesamt darstellt.

Die heutige Malankara-orthodox-syrische Kirche entstand gleichfalls als eine Abspaltung aus der alten autonomen syrisch-orthodoxen Kirche in Indien. Die Ursache lag in jurisdiktionellen Auseinandersetzungen, die um 1890 einsetzten und immer heftiger wurden. 1912 kam es zum doppelten Bruch mit der Mutterkirche in Antiochia einerseits, die damals kaum handlungsfähig war, weil sie im Osmanischen Reich zwischen die Mühlsteine der türkisch-armenischen Auseinandersetzung geraten war, und innerhalb der indischen Kirche andererseits, die plötzlich mit zwei Stimmen auftrat.

Dabei erklärte sich ein Teil der indischen Gläubigen der syrisch-orthodoxen Kirche als autokephal und stellte das Katholikat wieder her, das der Tradition nach bis ins 16. Jh. bestanden hatte, während eine Minderheit dem Patriarchen von Antiochia die Treue hielt. Nach Jahrzehnten der Trennung kam es infolge der Unabhängigkeit Indiens ab 1950 zu Versöhnungsgesprächen, die 1958 erfolgreich abgeschlossen wurden und zur Heilung des Schismas führten, wobei die syrisch-orthodoxe Gruppe besonders entgegenkommend agierte. Nachdem die Euphorie der ersten Jahre der Republik verflogen waren, stellte sich heraus, daß innerhalb der Kirche die alten Spannungen aber noch nicht überwunden waren. 1975 kam es erneut zur Trennung in die Malankara-syrisch-orthodoxe Kirche, die innerhalb des Patriarchates von Antiochien autonom ist, sich aber mit der Mutterkirche vereinigt zeigt, und in die Malankara-orthodox-syrische Kirche, die autokephal ist. In den vergangenen Jahrzehnten konnten beide Gruppen ihren Besitzstand in Kerala konsolidieren und durch eine intensive pastorale Arbeit, die Konzentration auf die Bildung und die Katechese der Gläubigen ein reichhaltiges spirituelles Leben entfalten. Die gegenseitigen Vorbehalte konnten jedoch nicht abgebaut werden.

 

Kirchenoberhaupt
Baselios Mar Didymus I.

Link
Malankara Archdiocese of the Syrian Orthodox Church in North America
Malankara Orthodox Syrian Church
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