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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Vortrag Dr. Moga (Juni)

Vorkonziliare Überlegungen

Am 9. Juni referierte Dr. Ioan Moga vom Institut für Theologie und Geschichte des Christlichen Ostens der Universität Wien, der auch Mitglied der PRO ORIENTE Kommission junger orthodoxer und katholischer Theologinnen und Theologen vor einer illustren Schar Interessierter über die lange Vorbereitungsgeschichte des orthodoxen Großereignisses des nächsten Jahres.

Schon die Frage der Bezeichnung – ob ‚Gesamtorthodoxe Synode‘ oder ‚Großes und heiliges Konzil‘ – ist umstritten.
Für katholische Hörerinnen und Hörer verbindet sich mit dem Ausdruck Konzil wohl am ehesten die Erinnerung an die letzten drei Konzilien der katholischen Kirche, die alle eine große Wirkmächtigkeit entfalteten: das Konzil von Trient mit seiner Kirchenreform als Antwort auf die Reformation in den deutschsprachigen Ländern, das Erste Vatikanische Konzil als Reaktion auf den Verlust der politischen Macht (und des Kirchenstaates) und die Religionskritik des 19. Jahrhunderts sowie das Zweite Vatikanische Konzil mit seiner Öffnungs- und Aktualisierungsbemühung in Reaktion auf den Kalten Krieg, die Reformbewegungen des 20. Jahrhunderts und die intensivere Globalisierung.
Für das orthodoxe Konzil 2016 stehen nach Moga folgende Themata auf dem Programm: Orthodoxe Diaspora – Autokephalie und Weise ihrer Proklamation – Autonomie – Nennungsfolge der Kirchen beim liturgischen Gedenken – Kalenderfrage – Ehehindernisse – Fastenvorschriften – Orthodoxie und Ökumene – Beitrag der Orthodoxie zu Friede, Freiheit, Brüderlichkeit, Liebe zwischen den Völkern und Beseitigung der Rassendiskriminierung.
Der interessante Einblick in die Schwierigkeiten der Vorbereitung (beginnend bei der Sprache), in die Bemühungen um Rezeption bei den einfachen Gläubigen und das Ringen um eine zeit- und traditionsgemäße Antwort auf die Fragen der Menschen heute mündete in eine fruchtbare Diskussion über gegenseitiges Lernen und Staunen, über den Wert der Synodalität wie auch die Nützlichkeit einer ordnenden Hierarchie.
Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Katholisch-theologischen Privatuniversität Linz und der Katholischen Militärseelsorge durchgeführt. Die Sektion Linz lud anschließend zu einer kleinen Agape.

Dr. Moga referiete zu diesem Thema auch in der Sektion Salzburg.

Stefan Gugerel, PRO ORIENTE Sektion Salzburg


Sektion: Linz