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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Neue PRO ORIENTE-Kommission (November)

PRO ORIENTE-Commission for Ecumenical Encounter between the Oriental Orthodox Churches and the Catholic Church

Von 9. bis 11. November 2015 trafen sich in Wien Vertreter der Orientalisch-Orthodoxen Kirche auf Einladung von PRO ORIENTE mit Vertretern und Experten der Katholischen Kirche zur Gründungsitzung der neuen PRO ORIENTE-Commission for Ecumenical Encounter between the Oriental Orthodox Churches and the Catholic Church.

AgapeAgapeAgapeBischof Anba GabrielCEE Kommissionsmitglieder in der Koptischen KathedEinzug zum Gebet für Verfolgte, Flüchtende und dieGruppenfoto CEE 2015Mitglieder der Kommission und GästeProf. Dietmar W. Winkler

Bereits 1971 fand auf Einladung der Stiftung PRO ORIENTE die erste Wiener Konsultation mit den Orientalisch-Orthodoxen Kirchen statt. Diesem sehr erfolgreichen Meeting verdanken die Kirchen die Überwindung eines jahrhundertealten terminologischen Missverständnisses, das durch die sogenannte Wiener Christologische Formel aufgehoben wurde. Die Formel entwickelte der damalige Bischof und spätere Papst Shenouda († 2012) der Koptisch-Orthodoxen Kirche auf Basis der Messgebete. Aufgrund verschiedener Faktoren wurde die erfolgreicher Zusammenarbeit der Kirchen unterbrochen. 2004 schließlich wurde die International Joint Commission for Theological Dialogue between the Catholic Church and the Oriental Orthodox Churches gegründet und vorerst sahen die Kirchen keine Notwendigkeit einen inoffiziellen Dialog, wie er von PRO ORIENTE geführt wurde, fortzusetzen.

In den letzten zehn Jahren hat die offizielle gemischte Dialogkommission aufgrund der hervorragenden wissenschaftlichen Vorarbeiten, die von PRO ORIENTE in den Jahren 1971-1998 im Rahmen der Wiener Konsultationen, der Regionalsymposien und der Studienseminare geleistet wurde, zu christologischen, ekklesiologischen und pastoralen Themen gearbeitet. Diese offizielle Kommission hat zwei Dokumente veröffentlicht: Nature, Constitution and Mission of the Church (2009) und The Exercise of Communion in the Life of the Early Church and its Implications for our Search for Communion Today (2015). Es zeigte sich jedoch in den letzten Jahren, dass eine inoffizielle wissenschaftliche Begleitung des offiziellen Dialogs von großem Nutzen sein kann. Daher führte PRO ORIENTE seit 2007 mit den maßgeblichen Kirchenverantwortlichen, unter anderem Papst Tawadros II., Gespräche um die Neuerrichtung einer PRO ORIENTE-Commission for Ecumenical Encounter between the Oriental Orthodxo Churches and the Catholic Church ermöglichen zu können. Vor allem Univ.-Prof. Dr. Diemtar W. Winkler, Mitglied des Vorstandes von PRO ORIENTE und Vorsitzender der PRO ORIENTE-Sektion Salzburg, ist es zu verdanken, dass diese neue Kommission in einer für die Orientalisch-Orthodoxen Kirchen sehr schwierigen Zeit neu errichtet werden konnte. Als wissenschaftlicher Leiter hat er die konstituierende Sitzung der Kommission maßgeblich vorbereitet und geleitet. Besonderen Wert legte er bei der Auswahl der Kommissionsmitglieder auch auf eine Ausgewogenheit der Generationen.

Zur Arbeitsweise und Methode haben die Gründungsmitglieder festgehalten, dass sie in regelmäßigen Abständen die Einheit verhindernde Themen im Rahmen von Experten-Konsultationen beraten möchten. Zu diesen Konsultationen sollen verstärkt auch jüngere TheologInnen aus den Kirchen eingeladen werden. Ein weiteres wichtiges Moment ist, dass die Kommissionmitglieder sich einig waren, dass bei jedem Themenschwerpunkt die pastoralen Implikationen berücksichtigt werden müssen. Die erste Konsultation wird im November 2016 in Wien stattfinden und widmet sich dem Thema „Signs of Communion and Communication after the division“.

Im Rahmen des Treffens wurde auch gemeinsam für die Verfolgten, die Flüchtenden und die Ökumene gebetet. Bischof Anba Gabriel, Koptisch-Orthodoxe Kirche Wien, lud zum Gebet in seine Kathedrale in Wien-Donaustadt ein. Dort erlebten die Kommissionsmitglieder, aber auch ökumenische Freunde die unglaubliche Gastfreundschaft der orientalischen ChristInnen.


Sektion: Wien