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Ökumene ist der
Imperativ des christlichen
Gewissens.

Erzbischof Alfons Nossol (Oppeln)

Pro Oriente

Veranstaltungen

März 2008

Montag
10. März 2008 - Mittwoch
12. März 2008
Religion und Kultur im albanischsprachigen Südosteuropa
Tagung
  • Datum10. März 2008 -
    12. März 2008
  • Ort
      Seminarraum der GÖD (EG)
      Schenkenstr. 4, 1010 Wien
  • Referierende
      Albanische Wissenschafter und Intellektuelle sowie Experten aus nicht-südosteuropäischen Staaten, u.a.:
      Peter Bartl, München
      Egin Ceka, Wien
      Nathalie Clayer, Paris
      Konrad Clewing, Regensburg
      Dritan Egro, Tirana
      Eva Anne Frantz, Wien
      Konstantinos Giakoumis, Tirana
      Ardian Ndreca, Rom
      Markus W. Peters, Vorarlberg
      Alexandre Popovic, Paris
      Oliver Jens Schmitt, Wien

      Öffentliches Podium am 11. März, 19.00 Uhr
      mit
      Neritan Ceka, Tirana
      Rexhep Ismajli, Prishtina
      Ardian Klosi, Tirana
      Fatos Lubonja, Tirana
  • Partner
    • Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien
    • Albanien-Institut München
    • Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM)
  • SektionWien
  • Statusöffentlich

Die religiöse Dimension im albanischsprachigen Raum nimmt auf dem Balkan eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz zu den Nachbarvölkern wurde Religion bei der Identitätssuche und der Formierung einer Nationalbewegung nicht als gemeinschaftsstiftendes Element benützt. Vielmehr versuchte die Ende des 19. Jahrhunderts von einer kleinen Gruppe von Intellektuellen ausgebildete Nationalideologie, die Unterschiede zwischen sunnitischen Muslimen, Bektashi, Orthodoxen und Katholiken durch die Betonung
ethnischer und sprachlicher Gemeinsamkeiten zu überbrücken. Wie die Nationalbewegung, so rekurrierte auch der 1912 entstandene albanische Staat nicht auf Religion als systemstabilisierendes Element. Vielmehr wurde versucht, die verschiedenen Glaubensgruppen in die jeweils dominante politische Elite einzubinden.

Erst mit der Machtübernahme der Kommunisten (Herbst 1944) setzte eine militante antireligiöse Politik ein. Als einziger atheistischer Staat der Welt nahm Albanien bis 1991 eine Sonderstellung ein. Vor dem skizzierten
geistigen Hintergrund fand eine Auseinandersetzung mit der religiösen Dimension der albanischen Kultur nur vereinzelt statt.
Die Betonung ethnischer Gemeinsamkeit stand auch wegen bis heute ungelöster politischer Konflikte besonders auf dem Territorium des früheren Jugoslawien im Vordergrund.

Die Tagung hat sich zum Ziel gesetzt, der Bedeutung von Religiosität und Religionen in einer epochenübergreifenden Betrachtung nachzugehen, die einen Bogen vom Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart schlägt. Vom bikonfessionellen Christentum über die Islamisierung, die Bedeutung heterodoxer Derwischorden, dem Umgang mit Religiosität und Religionen in der Nationalbewegung, der Zwischenkriegszeit, der kommunistischen Epoche bis zur postsozialistischen Ära sollte diese Fragestellung auf den gesamten albanischen Siedlungsraum angewendet werden, wobei dessen starke regionale Untergliederung besonders zu beachten ist.

Programm

    Fachpublikum wird zur Tagung zugelassen!