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Patriarch Danie I. Ciobotea

Pro Oriente

Seine Heiligkeit Abuna Antonios

  • AnredeSeine Heiligkeit
  • NameAbuna Antonios
  • FunktionPatriarch der Eriträisch-Orthodoxen Kirche

Lebenslauf:

Nach der Abspaltung Eritreas von Äthiopien gehörte der 1927 geborene Abuna Antonios (er war damals Abt des Klosters Debre Tsege Abuna Andrias, dem er seit Kindheitstagen angehörte) zu jenen fünf eritreischen Äbten, die am 19. Juni 1994 vom damaligen koptisch-orthodoxen Papst-Patriarchen Schenuda III. in der Markuskathedrale in Kairo zu Bischöfen geweiht wurden. Abuna Antonios wurde Erzbischof der Hauptstadt Asmara. Nach dem Tod des eritreisch-orthodoxen Patriarchen Abuna Yacoub 2003 wurde Abuna Antonios zunächst zum „Locum tenens“ bestellt und dann zum neuen Patriarchen gewählt. Am 23. April 2004 wurde er in Asmara durch den koptischen Papst-Patriarchen Schenuda III. in sein Amt eingeführt.
Abuna Antonios hatte noch in seiner Zeit als Erzbischof von Asmara ein gutes Gesprächsverhältnis zu Präsident Isaias Afeworki. Das änderte sich nach seiner Wahl zum Patriarchen. Abuna Antonios leistete zunehmend Widerstand gegen die Einmischung der Regierung in kirchliche Angelegenheiten, vor allem gegen die Anordnungen des offiziellen Kirchenreferenten Dimitrios Yeftehe. Im Jänner 2005 wurde die Weihnachtsansprache des Patriarchen vom eritreischen Radio und Fernsehen nicht übertragen. Am 6./7. August 2005 entzog der Heilige Synod der Kirche dem Patriarchen praktisch die Amtsgewalt. Dann wollte man von eritreischer Seite den koptisch-orthodoxen Papst-Patriarchen Schenuda III. für eine Absetzung von Abuna Antonios als Patriarch gewinnen, aber diese Versuche scheiterten. Trotzdem beschloss der Heilige Synod am 13. Jänner 2006 die Absetzung von Abuna Antonios, der praktisch unter Hausarrest gestellt wurde.
Am 19. April 2006 wurde Abuna Dioskoros, der Bischof von Mendefera (früher: Adi Ugri), auf Verlangen der Regierung unter Verletzung der kirchenrechtlichen Vorschriften als neuer Patriarch gewählt. Seine Inthronisation erfolgte am 27. Mai 2007. Am selben Tag wurde Abuna Antonios in den frühen Morgenstunden gezwungen, die Patriarchenresidenz zu verlassen; er wurde an einen unbekannten Ort gebracht. Die koptisch-orthodoxe und die äthiopisch-orthodoxe Kirche erkennen die Wahl von Abuna Dioskoros nicht an.