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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Europa – wohin? (März)

Internationale Konferenz

Die Konferenz fand vom 14. bis 16. März 2018 in der Diplomatischen Akademie in Wien statt. Die Veranstalter waren PRO ORIENTE, Renovabis, G2W, die Universität Wien und das Institut für Religion und Frieden (Wien).

Prof. Ingeborg Gabriel und Stefan Kube von G2WProf. Tomas Halik und Christoph Dahm von RenovabisDr. Michael Kuhn und Burkhard Haneke von RenovabisReinhold Vetter und Stefan Kube von G2W.Mag. Dr. Othmar Karas, Mitglied des Europäischen P

Die Eröffnungsreferate hielten Dr. Konrad Clewing und Dr. Michael Kuhn. Clewing sprach davon, dass Europa in fünf Teile eingeteilt werden kann (Kerneuropa – EU, Kerneuropa – Nicht-EU, Halbperipherie, Zwischeneuropa und Randmächte), hier schließe sich die Frage nach einer gelungenen europäischen Integration an. Kuhn verwies darauf, dass Kirchenvertreter häufig der Politik ihres Landes folgen und dies alle Kirchen herausfordere, ständig im Dialog zu bleiben. Die aufkommende Selbstgenügsamkeit und eine fehlende Neugier stelle aber eine Hürde für den Dialog da.
Den zweiten Tag eröffnete Reinhold Vette,r mit einem Vortrag über Nationalismus und Populismus und Prof. Ingeborg Gabriel mit einer Darstellung der sozialethische Herausforderungen. Vetter zeichnete ein düsteres Bild, der Rechtsruck quer durch Europa sei besorgniserregend und stelle für die Gesellschaften und Kirchen eine Herausforderung dar, der man sich dringend stellen müsse. Gabriel verdeutlichte, dass die Diskussion über christliche Werte in Europa nicht länger auf die Frage nach der Sexualmoral reduziert werden darf, wirtschaftsethische und ökologische Themen sind nicht länger hintanzustellen. Es müsse ein offener und grundsätzlicher Diskurs zwischen den Kirchen begonnen werden.
Vier Workshops zu verschiedenen Schwerpunkten wurden am Nachmittag abgehalten. Bewusst wurde von den Veranstaltern versucht, ein breites Länderspektrum sichtbar zu machen. Im Fokus standen Rumänien, Belarus, Serbien, Polen, Georgien usw. Eindrücklich wurden die Themen „Von Musterschülern zu Problemfällen?“, „Bürgerproteste und neue Aufbrüche“, „Lost in Transition – die Westbalkanstaaten“ und „Innen- und Außenperspektive“ diskutiert. Die Impulsreferate brachten z. T. große Ernüchterung mit sich, die Die 120 Teilnehmenden, darunter 25 Mitwirkende, kamen aus 14 Ländern West- und Osteuropas.
Herausforderungen für eine europäische Gesellschaft sind vielfach.
Den Abschluss der Tagung bildeten ein Vortrag des Prager Theologen Tomáš Halík und ein Podium, bei dem noch einmal die Frage nach den Grenzen zwischen Ost und West sowie von Europa als Solidargemeinschaft diskutiert wurden. Halík sprach in seinen Vortrag „Gedanken zu einer europäischen Politik aus christlichem Antrieb“ über die intensiven Bemühungen von Papst Franziskus für ein versöhntes Europa.
Bei der abschließenden Diskussion trat deutlich zu Tage, dass die historischen europäischen Grenzen zwischen Ost und West noch nicht überwunden sind. Die Herausforderung, Europa zu einer Solidargemeinschaft zu führen, sei Auftrag für Kirchen und Gesellschaft.

Im Rahmen der Konferenz fand ein öffentlicher Abendvortrag statt. Dr. Othmar Karas, Mitglied des Europaparlaments, sprach über die Chancen der Europäischen Union für ein freidliches Europa.

POI-Meldungen:
Kommt eine 4. Europäisch Ökumenische Versammlung
Christlicher Humanismus für Europa

kathpress-Meldungen:
kathpress Europa - Wohin? 1 [pdf, 95.05 kb] kathpress Europa - Wohin? 2 [pdf, 171.79 kb] kathpress Europa - Wohin? 3 [pdf, 135.3 kb]
NÖK-Bericht:
Newsletter 6 | 22. März 2018

Sektion: Wien

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