CHRISTEN UND MUSLIME IN BULGARIEN - EIN ERFOLGREICHES ETHNISCHES MODELL
| Datum: |
|
17. Februar 2005, 19:00 - 21:00 Uhr |
| Ort: |
|
Festsaal der Diplomatischen Akademie, Favoritenstrasse 15a, 1040 Wien |
| Veranstaltungsart: |
|
Vortrag |
| Veranstalter: |
|
Stiftung PRO ORIENTE
Bulgarische Orthodoxe Kirche zum hl. Iwan Rilski in Wien |
| Programm: |
|
Gen.Dir. a.D. Dr. Johann Marte
Geschäftsführender Präsident von PRO ORIENTE
Begrüssung
DDr. Johann Krammer
Dozent an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten
Kurzer Überblick über die Bulgarische Orthodoxe Kirche
Seine Exzellenz Kyrill (Kovacev)
Metropolit von Varna-Preslav
Christen und Muslime in Bulgarien - ein erfolgreiches ethnisches Modell |
| Sektion: |
|
Wien |
| Status: |
|
öffentlich |
Mit 6 Mio. Gläubigen ist die orthodoxe Kirche in Bulgarien die größte Religionsgemeinschaft (83%) des Landes. Die katholische und evangelische Kirche in Bulgarien sind Minderheitenkirchen (je 2%). Die Muslime stellen 13% der Gesamt-bevölkerung dar. Sie gehören überwiegend der türkischen Volksgruppe an. Während des Kommunistenregimes wurde sie einer Zwangsbulgarisierung unterworfen. Die Christen und
Muslime in Bulgarien leben friedlich zusammen.
Im Juni 2001 errang der wenige Monate zuvor aus dem Exil zurückgekehrte frühere Zar Simeon II. unter seinem bürgerlichen Namen Simeon Saks-Koburgotski bei den Parlaments-wahlen einen überlegenen Sieg. Er war es, der kurz darauf den orthodoxen Patriarchen Maxim ermunterte, den Dialog mit den Muslimen des Landes aufzunehmen. So kam es im November 2001 zum ersten Treffen zwischen Patriarch Maxim und dem bulgarischen Großmufti Selim Mehmed. Sie sprachen bei dieser Begegnung über beide Gemeinschaften berührende Probleme wie die Rückgabe des von den Kommunisten beschlagnahmten Eigentums und den Aufbau eines Dialogs zwischen beiden Religionsgemeinschaften. Nach dem Treffen sagte Großmufti Mehmed: „Ich glaube, dieses Gespräch hätte schon viel früher geführt werden sollen“.
In seinen Ausführungen ging Metropolit Kyrill von Varna auf die aktuelle Frage des Miteinanders von Muslimen und Christen in Europa ein. Am Beispiel von Bulgarien hat Metropolit Kyrill, anschaulich aus dem Alltag der Menschen, erzählt und aufgezeigt, wie die friedliche Koexistenz in seinem Land möglich sein kann und tatsächlich funktioniert. Als "herzlich"charakterisierte der Metropolit vor allem die interreligiösen Beziehungen zwischen den einfachen Menschen.
Den Wortlaut seines Vortrages können Sie hier mit einem Klick downloaden:
http://www.pro-oriente.at/dokumente/TextKyrillVarna05.doc
Zum Referenten: Geb. 1954 in Carev Brod, Priesterweihe 1976, 1976-1979 Studium in Athen, 1981-1986 Vertreter des bulgarischen Patriarchen beim Moskauer Patriarchat, 1988 Bischofsweihe, 1987-1989 Sekretär des Heiligen Synods, seit 1989 Metropolit von Varna-Preslav und ständiges Mitglied des
Heiligen Synods der Bulgarischen Orthodoxen Kirche. Präsident des Ökumenischen Rates.
Vortrag in deutscher Sprache!
Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit für Fragen und Diskussion. |
 |
| Metropolit Kyrill von Varna und Bischofsvikar Ivan Petkin |
|