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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Neuer russischer Patriarch

Fast zwei Monate nach dem Tod von Patriarch Aleksij II. hat ein Kirchenkonzil der Russisch-Orthodoxen Kirche am 27. Januar in der Moskauer Christus-Erlöser-Kathedrale den Metropoliten Kyrill von Smolensk und Kaliningrad zum neuen Patriarchen, Kyrill I. von Moskau und ganz Russland, gewählt.

Auf den 62jährigen Metropoliten entfielen bei der geheimen Abstimmung im Landeskonzil, bestehend aus Bischöfen, Geistlichen und Laien, 508 Stimmen. Gegenkandidat Kliment kam auf 169 Stimmen. Der zunächst vom Bischofskonzil nominierte Metropolit Filaret hatte vor der Wahl zugunsten Kirills verzichtet.

Die Glocken der Christus-Erlöser-Kathedrale gaben die Wahl des neuen Patriarchen mit 16 schweren Glockenschlägen bekannt.

Mehr Informationen zum Landeskonzil und zu Patriarch Kyrill I. finden Sier hier:
http://www.univie.ac.at/ktf/content/site/ok/home/index.html

Die Stiftung PRO ORIENTE freut sich - gemeinsam mit den Gläubigen der Russischen Orthodoxen Kirche - über die Wahl des neuen Patriarchen, der ein langjähriger Freund der Stiftung ist, und hat folgendes Glückwunschschreiben an diesen gesandt:

"Seiner Heiligkeit Kyrill I.
Patriarch von Moskau und ganz Russland
Moskau
RUSSLAND

Wien, am 28. Jänner 2009

Eure Heiligkeit!

Mit großer Freude und aus ganzem Herzen darf ich Ihnen heute im Namen des Vorstands der Stiftung PRO ORIENTE zu Ihrer Wahl zum neuen Patriarchen der Russischen Orthodoxen Kirche gratulieren. Gott, der Herr, gebe Ihnen die nötige Kraft und Gesundheit, das gewaltige Aufbauwerk der wundersamen Wiedergeburt der Russischen Orthodoxen Kirche, an dem Sie schon bisher großen Anteil hatten, nach langen Jahren der Verfolgung, erfolgreich fortzusetzen, zum Wohl Ihrer Kirche und der gesamten Kirche Christi. Wir wünschen Ihnen hierfür die Unterstützung der vielen Gläubigen, Kleriker und Mönche und Nonnen in Ihrer Kirche. Gleichzeitig hoffen und beten wir, dass sich die zwischenchristlichen Beziehungen zwischen der Katholischen Kirche und der Russischen Orthodoxen Kirche unter Ihrem Einfluss weiter entwickeln und gedeihen. Die Stiftung PRO ORIENTE stellt Ihnen hierfür gerne Ihre Dienste und Ihre 45jährige Erfahrung im inoffiziellen katholisch-orthodoxen Dialog zur Verfügung. Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang auch sehr gerne an den ehrenvollen Auftrag, im Jahr 2006 eine gemeinsame Tagung „Europa eine Seele geben“ über die Mission und Verantwortung der Kirchen für das Moskauer Patriarchat und den Päpstlichen Kulturrat in Wien auszurichten. Diese Tagung war sicher einer der Höhepunkte unserer langjährigen Beziehungen zur Russischen Orthodoxen Kirche.
Bereits als Archimandrit Kyrill haben Sie 1974 am Ersten ekklesiologischen Kolloquium KOINONIA von PRO ORIENTE teilgenommen, das den Weg für den offiziellen katholisch-orthodoxen Dialog bahnte. Unvergesslich bleiben auch Ihr Besuch gemeinsam mit Ihrem Vorgänger im Amt, Patriarch Aleksij II., 1997 in Wien und der Gegenbesuch von Kardinal Christoph Schönborn wenige Monate später, gemeinsam mit einer Delegation von PRO ORIENTE, in Moskau. 2003 führten wir eine Enquête unter Mitwirkung von Ihnen, Heiligkeit, zur im Jahr 2000 unter Ihrer Ägide herausgebrachten russisch-orthodoxen Sozialkonzeption durch. Dieses Dokument ist bis heute für die orthodoxe Soziallehre wegweisend.

Unserer nächsten Begegnung mit Ihnen, Heiligkeit, ob in Wien oder in Moskau, sehen wir bereits jetzt mit großer Vorfreude entgegen.

Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung und einem herzlichen Grüß Gott aus Wien Ihr
Dr. Johann Marte
(Präsident)

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