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Franz König

Pro Oriente

Syrisch-orthodoxer Patriarch fürchtet um Christentum in Nahost

„Wir sollten an das Verschwinden des Christentums in Kleinasien vor 100 Jahren denken“ – Plädoyer für strikte Überprüfung der Asylsuchenden in westlichen Staaten

Beirut-New York, 02.09.16 (poi) Das Verschwinden des Christentums aus seinen Ursprungsländern Syrien, Mesopotamien, aber auch aus dem Libanon befürchtet der syrische-orthodoxe Patriarch Mar Ignatius Aphrem II. Im Gespräch mit dem „Kirche in Not“-Informationsdienst erinnerte der Patriarch an den dramatischen Rückgang der christlichen Bevölkerung in den kleinasiatischen Küstenregionen Ionien und Pontus, aber auch im übrigen Anatolien und in Westarmenien in den neun letzten Jahren des Osmanischen Reiches (1914-1923). Dieser Vorgang könne sich jetzt – hundert Jahre später - in anderen Nahost-Staaten wiederholen. „„Wir sollten an das Verschwinden des Christentums in Kleinasien vor 100 Jahren denken. Ich bin in großer Sorge, dass das Christentum sowohl in Syrien und im Irak als auch im Libanon auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit ist“, sagte der Patriarch wörtlich.

Der syrisch-orthodoxe Patriarch warnte aber auch vor den Gefahren durch „eine neue Generation radikalisierter Muslime, die das Gesetz der Scharia so weit wie möglich ausbreiten wollen“. Viele muslimische Flüchtlinge, die nach Europa kommen, seien zweifellos „friedliebende Gemäßigte“, sagte Mar Ignatius Aphrem II. Trotzdem müssten sich die westlichen Regierungen mehr anstrengen, um Dschihadisten aufzuspüren. Der Patriarch sprach sich für strikte Überprüfungen der Asylsuchenden aus: „Ich weiß nicht, wie das technisch vor sich gehen soll. Aber es ist notwendig und sollte durchgeführt werden, ohne die Rechte der friedliebenden und gesetzestreuen Flüchtlinge zu verletzen. (ende)