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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

70-Jahr-Juiläum des Ökumenischen Instituts Bossey

Großimam der Al-Azhar, Ahmad al-Tayyeb, hält „public lecture“ über „Die Verantwortung religiöser Führungspersönlichkeiten für den Weltfrieden“ – Aus dem Institut de Bossey sind tausende Absolventinnen und Absolventen hervorgegangen, die sich lokal, regional und global für Dialog und Versöhnung einsetzen

Genf, 26.09.16 (örkö/poi) Das Ökumenische Institut Bossey bei Genf, das als „internationales Zentrum für Begegnung, Dialog und Bildung“ vom Weltkirchenrat getragen wird, feiert am kommenden Wochenende sein 70-Jahr-Jubiläum. Ein Höhepunkt der Feiern ist eine „public lecture“ des Großimams der Al Azhar-Universität, Ahmad al-Tayyeb, der am Samstg, 1. Oktober, um 16 Uhr über „Die Verantwortung religiöser Führungspersönlichkeiten für den Weltfrieden“ spricht. Zuvor stellt der Direktor von Bossey, Prof. Ioan Sauca, die Bedeutung interreligiöser Bildung für Dialog und Friedensarbeit dar. Dabei kommen auch Absolventinnen und Absolventen des „Interfaith Course“ in Bossey zu Wort, ebenso Repräsentantinnen und Repräsentanten der Vereinten Nationen, der Schweizer Regierung sowie von Mitgliedskirchen des Weltkirchenrats. Der Großimam wird in Genf auch mit führenden Persönlichkeiten des Weltkirchenrats zusammentreffen, so mit der Vorsitzenden des Zentralausschusses, Agnes Abuom (anglikanische Kirche von Kenya), und mit dem Generalsekretär, Pfarrer Olav Fykse Tveit.

Die Feiern im Chateau de Bossey beginnen am 30. September mit einem ökumenischen Gebet in der Kapelle des Schlosses und einer Begegnung mit den aktuellen Studentinnen und Studenten. Der Vormittag des 1. Oktober steht im Zeichen eines „Offenen Hauses“ für Nachbarn und Gäste. Dabei wird auch ein Buch über die Geschichte des Instituts von Hans-Ruedi Weber und Robert K. Welsh präsentiert. Am Samstagabend sind in der Kapelle Gregorianische Gesänge und Bibel-Lesungen zu hören. Der Festgottesdienst am 2. Oktober wird von Radio-Television de la Suisse Romande direkt übertragen. Die Predigt hält die Genfer Theologieprofessorin Elisabeth Gangloff-Parmentier.

Am Institut de Bossey leben, lernen und beten die Studentinnen und Studenten in einer „interkonfessionellen“ und auch „interreligiösen“ Gemeinschaft des Glaubens. Das akademische Studium wird mit experimentellem Lernen verbunden. Die Absolventinnen und Absolventen der „interfaith courses“ bringen gute Voraussetzungen für die Förderung von Dialog und Zusammenarbeit mit, für den Aufbau von vertrauensbildenden das Verständnis füreinander stärkenden Maßnahmen zwischen Kirchen und Religionsgemeinschaft und für das ökumenischen Engagement auf dem vom Weltkirchenrat ausgerufenen „Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens“.

Mit den Jubiläumsfeiern soll die Rolle des Ökumenischen Instituts bei der Heranbildung ökumenischer Führungspersönlichkeiten hervorgehoben werden, die sich lokal, regional und global für Dialog und Versöhnung einsetzen. Zugleich sollen auch die Auswirkungen auf das ökumenische Bemühen um die Herstellung christlicher Einheit beleuchtet werden. In den bisher sieben Jahrzehnten seines Bestehens hat das Institut als ein „ökumenisches Laboratorium“ für tausende von Studierende aus aller Welt gewirkt. (ende)