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Franz König

Pro Oriente

Rumänien: Orthodoxie ruft zu „Dialog und sozialer Mitverantwortung“ auf

Heiliger Synod der orthodoxen Kirche unterstützt „Marsch für das Leben“ am 25. März – Appell an die im Ausland arbeitenden Rumänen, ihre in der Heimat verbliebenen Kinder nicht im Stich zu lassen

Bukarest, 10.02.17 (poi) Im Hinblick auf die Massenproteste in Rumänien hat der Heilige Synod der rumänisch-orthodoxen Kirche bei seiner Tagung in Bukarest am 9. Februar eindringlich zu „Dialog, sozialer Mitverantwortung und Gebet“ aufgerufen, um die gesellschaftlichen Konflikte zu überwinden. Bei der Tagung unter dem Vorsitz von Patriarch Daniel wurde zugleich beschlossen, dass die orthodoxe Kirche den nationalen „Marsch für das Leben“ am 25. März – dem Fest Mariä Verkündigung – unterstützen wird. Der Marsch steht unter dem Motto „Unterstütze Mutter und Kind. Sie hängen von Dir ab“. Der Heilige Synod erwartet, dass durch diese Manifestation in allen rumänischen Eparchien ein Zeugnis für die Werte der „christlichen und traditionellen Familie“ abgelegt wird.

Ausführlich befasste sich der Heilige Synod auch mit der Frage der Emigration. In diesem Zusammenhang appellierten die Bischöfe an die vielen im Ausland arbeitenden Rumänen, entweder ihre Kinder zu sich an den neuen Wohnort zu nehmen oder in die Heimat zu den Kindern zurückzukehren. Denn die physische und emotionale Abwesenheit der Eltern bereite den Kindern große Leiden.

Tags zuvor hatte auch die Nationale Kirchenversammlung der rumänisch-orthodoxen Kirche in Bukarest getagt. Sie ist das zentrale Entscheidungsgremium für administrative, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Fragen. Die Versammlung besteht aus den Mitgliedern des Heiligen Synods und jeweils drei Repräsentanten (ein Priester und zwei Laien) aus jeder Eparchie. Zwei Laien – der Rektor der Universität von Cluj-Napoca, Prof. Ioan Aurel Pop, und Prof. Daniel Fonoage aus Alba Julia – hielten die Hauptreferate. Pop unterstrich die Rolle der orthodoxen Kirche im Hinblick auf Einheit und Harmonie in der rumänischen Gesellschaft, Fonoage plädierte für ein stärkeres Engagement der Kirche als Verteidigerin der christlichen und moralischen Werte.

Patriarch Daniel begrüßte das Wachstums des karitativen Engagements der rumänisch-orthodoxen Kirche im Vorjahr. (ende)