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Franz König

Pro Oriente

Bischof Scheuer überreicht Kardinal-König-Preis an den chaldäischen Patriarchen

Solidaritätsreise des neuen Präsidenten der Kardinal-König-Stiftung nach Erbil – In der Hauptstadt der autonomen kurdischen Region des Irak haben viele vertriebene Christen aus Mosul und aus der Ninive-Ebene Zuflucht gefunden

Wien-Erbil, 15.02.17 (poi) Der neue Präsident der Kardinal-König-Stiftung, der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer (der auch Ökumene-Referent der Österreichischen Bischofskonferenz ist), wird am Freitag, 17. Februar, in Erbil dem chaldäisch-katholischen Patriarchen Mar Louis Raphael Sako den Solidaritätspreis der Kardinal-König-Stiftung überreichen. Die Zuerkennung des Preises erfolgt in Würdigung der „außerordentlichen Verdienste des Patriarchen im Hinblick auf den Schutz der Rechte der orientalischen Christen, die seit 2.000 Jahren treue Zeugen des Evangeliums Christi sind“.

Die Überreichung des Preises erfolgt in Erbil, der Hauptstadt der autonomen kurdischen Region des Irak, weil dort viele Christen Zuflucht gefunden haben, die 2014 beim Zugriff der IS (Daesh)-Terroristen auf Mosul und auf die Städtchen und Dörfer der Ninive-Ebene vertrieben wurden. Bischof Scheuer verbindet die Überreichung des Kardinal-König-Preises mit einem Solidaritätsbesuch bei den Christen im nördlichen Irak. Der kleinen Delegation, die den Linzer Bischof begleitet, gehören u.a. „Pro Oriente“-Präsident Johann Marte und der Vorsitzende der ICO (Initiative Christlicher Orient), Dechant Slawomir Dadas, an.

Bischof Scheuer wird mit seiner Delegation u.a. mehrere Flüchtlingsunterkünfte in Erbil besuchen. Am 17. Februar ist eine festliche Messfeier vorgesehen, wobei der chaldäische Patriarch und Bischof Scheuer konzelebrieren werden (die Messfeier am Freitag ist in Erbil immer die am stärksten besuchte, weil der Freitag der wöchentliche Ruhetag ist, während der Sonntag als normaler Arbeitstag gilt). Der Präsident der Kardinal-König-Stiftung wird auch mit den in Erbil residierenden Bischöfen der verschiedenen Konfessionen (chaldäisch-katholische Kirche, syrisch-orthodoxe Kirche, syrisch-katholische Kirche, Apostolische Kirche des Ostens) zusammentreffen. Am 18. Februar ist eine Exkursion in die befreite Ninive-Ebene vorgesehen; derzeit bereiten sich viele christliche Flüchtlingsfamilien auf die Rückkehr in ihre Heimatorte vor. Bis das geschehen kann, müssen allerdings noch wesentliche Voraussetzungen geschaffen werden: Kontrolle des Territoriums, um allfällige versprengte Terroristen in Schach zu halten, Entminung, Wiederherstellung der Infrastruktur, Entwicklung eines Wiederaufbauplans für Wohnstätten, Schulen, Kirchen usw. Noch offen ist auch die politische Zukunft der Ninive-Ebene. Am 19. Februar wird Bischof Scheuer mit politischen Führungspersönlichkeiten in Erbil zusammentreffen.

Die Kardinal-König-Stiftung wurde von Kardinal Franz König – noch unter dem Namen „Communio et Progressio“ – im März 1991 ins Leben gerufen. Zweck der Stiftung war und ist die “Bildung eines Handlungsbündnisses von Wissenschaft, Religion, Wirtschaft und Medien, um einen Beitrag zu leisten zur Bewältigung der weltweiten Probleme auf dem Gebiet der Meinungs- und Gewissensfreiheit, der Gerechtigkeit, des Friedens, der Bewahrung der Schöpfung und der allgemeinen Entwicklung der menschlichen Gesellschaft“. Nach dem Tod von Kardinal König wurde die Stiftung im Juni 2008 in Kardinal-König-Stiftung umbenannt.

Die Generalsekretärin der Kardinal-König-Stiftung, Annemarie Fenzl, erinnerte am Mittwoch im Gespräch mit dem „Pro Oriente-Informationsdienst“ an die Überzeugung Königs, dass es nicht nur um Worte gehe, sondern dass den Worten auch Taten folgen müssen. Diesem Grundauftrag entspreche auch die Solidaritätsreise von Bischof Scheuer in den nördlichen Irak. (ende)