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Franz König

Pro Oriente

Ukrainische orthodoxe Christen beteten in Jerusalem um Frieden für ihr Heimatland

Pilgerinnen und Pilger trugen Kopien berühmter Marienikonen aus allen Teilen der Ukraine mit – Trotz Vereinbarungen in de Trilateralen Kontaktgruppe war bis zuletzt nicht klar, ob für Bürger der östlichen Ukraine ein „sicherer und friedlicher Besuch“ von Kirchen und Friedhöfen möglich sein würde

Jerusalem-Kiew, 15.04.17 (poi) Tausende orthodoxe Christen aus der Ukraine haben am Karfreitag an der Kreuzprozession auf der Via Dolorosa in Jerusalem unter Führung des orthodoxen Patriarchen Theophilos III. teilgenommen. Die Pilgerinnen und Pilger trugen Kopien berühmter Marienikonen aus allen Teilen der Ukraine mit. Das Gebet galt dem Frieden in der Ukraine.

Metropolit Antonij (Pakanitsch) von Boryspol sagte, die Prozession in Jerusalem stehe im Zeichen der Initiative „Der Weg des Herrn im Gebet für die Ukraine“, die von der autonomen ukrainisch-orthodoxen Kirche gestartet wurde. Die Idee sei aus den von den kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten drei Jahre besonders betroffenen Eparchien in der östlichen Ukraine gekommen. Metropolit Onufrij (Berezowskij) von Kiew, das Oberhaupt der ukrainisch-orthodoxen Kirche, habe dieser Initiative seinen Segen erteilt.

Gleichzeitig mit der Prozession in Jerusalem fanden auch in den ukrainischen Heiligtümern, an denen die Originale der in die Heilige Stadt gebrachten Kopien berühmter Marienikonen verehrt werden, Gebetsgottesdienste statt. Am Abend des Karsamstags wurden die Kopien an Patriarch Theophilos III. in dessen Jerusalemer Residenz übergeben.

Am Mittwoch, 12. April, hatte wieder ein Treffen der Trilateralen Kontaktgruppe für das Minsker Abkommen stattgefunden. Dabei war ein zentrales Thema die Verwirklichung der am 29. März gemeinsam beschlossenen Implementierung früherer Verpflichtungen hinsichtlich der Feuereinstellung und des Abzugs schwerer Waffen an der sogenannten „Kontaktlinie“. Eigentlich hätte diese Feuereinstellung am 1. April in Kraft treten sollen; trotz einer zeitweisen Besserung in den ersten Tagen blieb die Situation aber „unbefriedigend“. Der Repräsentant des OSZE-Vorsitzenden in der Ukraine und bei der Trilateralen Kontaktgruppe, der österreichische Diplomat Botschafter Martin Sajdik, sagte am 12. April nach den Gesprächen vor Journalisten, es sei vor allem auch darum gegangen, zu Ostern den Bürgern der östlichen Ukraine einen „sicheren und friedlichen Besuch“ von Kirchen und Friedhöfen zu ermöglichen.

Trotzdem kam es am Gründonnerstag wieder zu Gefechten. Die Behörden der “Volksrepublik Donezk“ berichteten von 58 Angriffen ukrainischer Armee- und Milizeinheiten innerhalb von 24 Stunden, während die Kiewer Militärführung eine Mitteilung über 65 Attacken aus Donezk und Lugansk innerhalb von 48 Stunden veröffentlichte. (ende)