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Franz König

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Irak: Nuntius begrüßt Rückkehr der Christen in die Ninive-Ebene

Erzbischof Ortega Martin betont Notwendigkeit der „Einmütigkeit und der Zusammenarbeit“ der Priester und ihrer Bischöfe – Lob für „Kirche in Not“

Bagdad, 19.05.17 (poi) Der Apostolische Nuntius in Bagdad, Erzbischof Alberto Ortega Martin, hat in einem Brief an den chaldäisch-katholischen Patriarchen Mar Louis Raphael Sako seine Zufriedenheit über die Rückkehr von christlichen Familien in die Dörfer der Ninive-Ebene zum Ausdruck gebracht. Die „riesige Aufgabe“ des Wiederaufbaus müsse unter zunehmender Beteiligung „lokaler und internationaler Institutionen“ vorangebracht werden. In diesem Zusammenhang erinnerte der Nuntius daran, dass es eine „Verantwortung aller“ sei, den Christen und den anderen Vertriebenen, die „auf so ungerechte Weise ihre Häuser und ihre Felder verlassen mussten“, bei der Rückkehr zu helfen.

Erzbischof Ortega Martin nahm in seinem Brief auf die vielen Rückkehrer in Telskof, Baqofa und anderen Orten Bezug, die vor allem Dank der Hilfe von „Nachbar in Not“ mit dem Wiederaufbau der aus der Hand der IS-Terroristen befreiten Ortschaften beginnen konnten. In besonderer Weise würdigte der Nuntius, dass die chaldäisch-katholische Kirche, die syrisch-katholische Kirche und die syrisch-orthodoxe Kirche beim Wiederaufbau eng zusammenarbeiten.

Er danke den Christen von Mosul und der Ninive-Ebene für ihr Zeugnis, so Erzbischof Ortega Martin. Diese Christen hätten alles verloren, um ihren Glauben zu bewahren und „unseren Herrn Jesus Christus nicht zu verleugnen“. Dieses Zeugnis sei ein „kostbarer Schatz für die ganze Kirche“. Mit den Worten von Papst Franziskus sage er allen Christen des Zweistromlandes, dass sie sich die Hoffnung nicht rauben lassen dürfen und mit Jesus verbunden bleiben sollen, der ihre wahre Stärke sei. Allen Vertriebenen wünsche er die baldige Rückkehr in ihre Heimatorte und ihre Häuser. Die christliche Präsenz im Irak sei von fundamentaler Bedeutung, die Christen des Zweistromlandes hätten eine Aufgabe, die niemand an ihrer Stelle wahrnehmen könne.

Die Christen sollten sich bewusst sein, dass sie nicht allein sind, so Ortega Martin. Der Papst stehe zu ihnen, Zeichen dieser Nähe seien die Hilfsmaßnahmen vieler Institutionen und Personen aus aller Welt für die vertriebenen Christen. Auch der von „Kirche in Not“ initiierte „kleine Marshall-Plan für die Ninive-Ebene“ sei eine „kostbare und konkrete Geste“ dieser geschwisterlichen Sorge.

Um den Wiederaufbau voranzubringen, sei viele materielle Hilfe notwendig, unterstrich der Apostolische Nuntius. Aber es brauche auch den Mut und das vom Glauben erleuchtete Engagement der örtlichen Christen. In diesem Zusammenhang hob Erzbischof Ortega Martin die Notwendigkeit der „Einmütigkeit und Zusammenarbeit“ der Priester und ihrer Bischöfe hervor. Die Gläubigen erwarteten von Priestern und Bischöfen das „Zeugnis der Einheit“: „Sie wollen ihre Priester vereint mit den Bischöfen im Einsatz für das Wohl der Gläubigen und damit auch für das Wohl der ganzen Kirche und der ganzen Gesellschaft sehen“. (ende)