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Franz König

Pro Oriente

Koptische Kirche startet Kampagne gegen weibliche „Beschneidung“

Patriarch Tawadros II. geht gegen die in Oberägypten noch immer verbreitete Praxis der Genitalverstümmelung vor

Kairo, 27.07.17 (poi) Die koptisch-orthodoxe Kirche hat unter ihren Gläubigen eine intensive Kampagne gegen die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung gestartet, die nach wie vor auch unter koptischen Christen in Oberägypten verbreitet ist. Der Aufruf zur Sensibilisierung im Hinblick auf die Gefahren und schweren physischen und psychologischen Folgen dieser Praxis kam – wie die Nachrichtenagentur „Fides“ berichtet - direkt von Papst-Patriarch Tawadros II. Im Rahmen der Kampagne gibt es z.B. Warnschilder gegen die Infibulation, die in der Nähe der Taufkapellen angebracht sind. In Ehevorbereitungskursen und bei Begegnungen für Ehepaare soll das Thema ausdrücklich angesprochen werden.

Die historischen Ursprünge der Praxis der Infibulation sind mit im antiken Ägypten verbreiteten Gebräuchen verbunden. Deshalb bedeutet das arabische Wort für diese Praxis so viel wie „pharaonische Infibulation“ (al khitan al fira'uni). Die Infibulation und die weibliche Beschneidung taucht im Koran nicht auf; der Islam als solcher fordert keinerlei Verstümmelung der weiblichen Geschlechtsorgane. Die Praxis der Infibulation ist in der koptischen Kirche zwar verboten, hält sich aber nach wie vor auch in den christlichen Gemeinden in Oberägypten und am Horn Afrikas, in Eritrea und Äthiopien. (ende)