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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Neue personelle Akzente bei den Katholiken des byzantinischen Ritus in Österreich

Abt Michael Prohazka ist jetzt auch offiziell Kirchenrektor der Byzantinischen Kapelle in Geras, Diakon Reves übernimmt Leitung des „Byzantinischen Gebetszentrums“ in Salzburg

Wien-Salzburg, 14.09.17 (poi) Neue personelle Akzente in der griechisch-katholischen Kirche in Österreich: Der Abt von Geras, Archimandrit Michael K. Prohazka, wurde zum Kirchenrektor der Byzantinischen Kapelle in Geras ernannt, in Salzburg hat Diakon John Reves offiziell die Leitung des Byzantinischen Gebetszentrums übernommen. Kardinal Christoph Schönborn ist als Ordinarius für die Katholiken des byzantinischen Ritus zuständig für die griechisch-katholische Kirche in Österreich. Am 23. Juni konstituierte sich der erstmals gewählte Priesterrat des Ordinariats für die Katholiken des byzantinischen Ritus unter dem Vorsitz von Kardinal Schönborn im Wiener Erzbischöflichen Palais. Der Kardinal betonte dabei die Bedeutung der Einheit und Brüderlichkeit im Presbyterium ungeachtet der unterschiedlichen Herkunft aus verschiedenen Traditionen (Ukrainer, Rumänen, Melkiten usw.). Bei der konstituierenden Sitzung wurde Zentralpfarrer Taras Chagala (Wien-St. Barbara) zum stellvertretenden Vorsitzenden des Priesterrats bestimmt. Griechisch-katholische Gemeinden bestehen in Österreich außer in Wien auch in Salzburg, Graz, Linz, Innsbruck, Murau, Wiener Neustadt, Geras und Trumau.

Am 2. September überreichte der Generalvikar (Protosynkellos) des Ordinariats für die Katholiken des byzantinischen Ritus, Yuriy Kolasa, an den Abt von Geras, Archimandrit Michael K. Prohazka, offiziell das Dekret der Ernennung zum Kirchenrektor der byzantinischen Kapelle Geras. Kolasa dankte dabei Abt Michael für den Aufwand und die Liebe, die er in die Errichtung der byzantinischen Kapelle investiert hat. Damit werde vielen Menschen ermöglicht, den Reichtum und die Schönheit des byzantinischen Ritus zu erfahren. Für Abt Michael ist es ein großes Anliegen, dass Menschen durch die Schönheit der Kapelle und der Liturgie zu Gott geführt werden.

Kolasa sagte, die Aktivitäten um die Kapelle im Stift Geras seien eine große Bereicherung und Unterstützung für das Ordinariat für die byzantinischen Katholiken. Mit dem Leben dieser Kapelle werde auch eine wichtige Mission verwirklicht, die „zur Natur der katholischen Ostkirchen gehört“: Es gehe darum, dem Westen die Wahrheit über den Osten darzulegen, und umgekehrt dem Osten die Wahrheit über den Westen, damit sie am Ende „in Liebe eins seien in der Wahrheit, die Christus selbst ist“. Abt Michael, der auch Mitglied des Vorstands der Stiftung „Pro Oriente“ ist, hat sich diese Mission ganz zu eigen gemacht. Er ist nicht nur in der Wiener griechisch-orthodoxen Dreifaltigkeitskathedrale ein gern gesehener Gast, sondern verfügt auch über exzellente Verbindungen etwa zur orthodoxen Kirche von Griechenland.

Ein weiterer bedeutsamer Aspekt der Initiative im Stift Geras sei das byzantinische monastische Leben, unterstrich Generalvikar Kolasa. Es sei noch nicht ganz klar, in welcher Weise es in Zukunft verwirklicht werden könne, aber mit Bruder Siluan gebe es schon einen ersten Anfang.

Die griechisch-katholische Kapelle im Obergeschoss des südlichen Seitenschiffs der Stiftskirche von Geras wurde am 25. Jänner 2010 vom damaligen melkitischen griechisch-katholischen Patriarchen Gregorios III. Laham geweiht. Der nunmehr emeritierte Patriarch wird am Wochenende wieder in Geras erwartet. Abt Michael, der gute Kontakte zur melkitischen griechisch-katholischen Kirche im Nahen Osten hat, gründete angesichts der kritischen Lage in Syrien die Initiative „Geras hilft Syrien“ (Spendenkonto: RAIBA Waldviertel Mitte, IBAN: AT21 3299 0000 0430 2428).

„Brennpunkt ostkirchlicher Spiritualität“

Das „Byzantinische Gebetszentrum“ in Salzburg, das als „Metochion“ (Kloster) in der „Basis“ der „Home Mission“ im Bärengässchen in der Altstadt angesiedelt ist (unweit der ukrainischen griechisch-katholischen Markuskirche am Franz Joseph-Kai 21) hat sich zu einem „Brennpunkt ostkirchlicher Spiritualität“ entwickelt. Gegründet wurde es im Jahr 2008 von den Priestern Nikolaj Hornykewycz und Andreas Bonenberger sowie dem Diakon John Reves und seiner Frau Mirella (Reves strebt die Priesterweihe in der griechisch-katholischen Kirche an). Sie ließen sich von dem Apostolischen Schreiben Papst Johannes Pauls II. über die katholischen Ostkirchen „Orientale Lumen“ inspirieren. Ziel war es, „ein Zentrum gelebter ostkirchlicher Tradition zu gründen, einen Ort des Gebets und des Glaubens, wo Menschen aus der abendländischen Tradition dem Reichtum der byzantinischen Spiritualität begegnen können. Eine solche Begegnung ist für die Einheit der Christen notwendig“. Diesem Ziel ist das „Byzantinische Gebetszentrum“ treu geblieben, das sich einer „echten und gelebten Ökumene“ verpflichtet weiß. Von Anfang an wurde großer Wert auf ökumenische Kontakte und Begegnungen mit orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Christen gelegt.

Das Zentrum bietet unter der Woche ein volles Programm von Gottesdiensten der byzantinischen Tradition in deutscher Sprache: Sowohl die Feier der Stundengebete als auch die Göttliche Liturgie. Jeweils am zweiten und vierten Dienstag im Monat gibt es einen Abend mit dem gemeinsam gesungenen Jesus-Gebet. Zwei Mal im Jahr findet ein Ikonen-Malkurs statt, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur die Technik des „Ikonenschreibens“ lernen, sondern auch an den Gottesdiensten teilnehmen. Im November findet immer ein „Tag der Begegnung“ zu einem bestimmten Thema statt.

Für die Ikonostase der Kapelle des „Metochions“ im Bärengässchen sind vor kurzem eine Ikone Christi und eine Ikone der Gottesmutter aus Griechenland in Salzburg eingetroffen. Die übrigen Ikonen für die Ikonostase werden demnächst in der Ukraine „geschrieben“. (Infos: E-Mail: byz.gebetszentrum@speed.at). (ende)