Pro Oriente Logo

Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Deutschland:

Zweite koptisch-orthodoxe Diözese

Zweite koptisch-orthodoxe Diözese

Auch Kloster Kröffelbach – das älteste und bedeutendste koptische Kloster in Europa – ist jetzt Bischofssitz

Frankfurt, 11.07.13 (poi) Die koptisch-orthodoxe Kirche in Deutschland hat auf Grund der ständig wachsenden Gläubigenzahl ihre deutsche Eparchie geteilt. Bischof Anba Damian, der bisher für ganz Deutschland zuständig war, residiert weiter im Kloster Brenkhausen im nordrhein-westfälischen Höxter. Bischof Anba Michael, bisher Abt des koptisch-orthodoxen Klosters in Kröffelbach am Unteren Taunus, wurde vor kurzem in Kairo geweiht; er leitet jetzt – vom idyllisch gelegenen Kröffelbach aus - die zweite koptische Eparchie (Diözese). Der koptische Papst-Patriarch Tawadros II. hatte bei seinem jüngsten Besuch in Wien bei einer Konferenz mit den in Europa tätigen Bischöfen und Priestern betont, dass zu große Eparchien geteilt werden müssen und dass alle Teile Europas, die bisher dem Patriarchen unterstellt waren, eigene Bischöfe bekommen werden.

Bei der Amtseinführung von Bischof Anba Michael in Kröffelbach würdigte der Menschenrechtsbeauftragte der weltweiten Evangelischen Allianz, Thomas Schirrmacher, als einzig anwesender ökumenischer Gast die koptische Kirche als „leuchtendes Beispiel“ dafür, „auch unter Druck, Verfolgung und Martyrium am Glauben an Christus festzuhalten“. Die koptische Kirche zahle seit langem „einen hohen Preis“ stellvertretend für die weltweite Kirche Jesu Christi. Schirrmacher rief die weltweite Gemeinschaft der Christen dazu auf, die koptische Kirche konkret zu unterstützen, aber auch die Staaten sollten sich für „eine Zukunft der Kopten in Freiheit in Ägypten“ einsetzen. Zugleich hob der Beauftragte der Evangelischen Allianz den Beitrag der Kopten in Deutschland zur Integration hervor. Sie seien die ersten gewesen, die das Programm „Mama spricht deutsch“ entworfen hätten. Bischof Anba Michael betonte in seiner Antwort: „Hier hat jemand uns koptischen Bischöfen aus tiefstem Herzen gesprochen. Der Glaube an das Heil in Jesus Christus gilt für alle Menschen und wir wollen auch den Menschen in Europa, die nicht mehr glauben, Zeugnis für diese Wahrheit geben“.

Das Grundstück des Klosters Kröffelbach wurde 1980 erworben. Die ersten Mönche wurden aus dem koptischen Baramous-Kloster im Wadi Natrun in Ägypten nach Kröffelbach entsandt. 1990 wurde die neue Kirche vom – inzwischen verstorbenen – Papst-Patriarchen Schenuda III. geweiht, sie ist das erste koptische Gotteshaus in Deutschland, das nicht von einer anderen Kirche übernommen, sondern ganz im koptischen Stil entworfen und gebaut wurde. 2002 erfolgte die Gründung des Instituts für koptisch-orthodoxe Theologie in Kröffelbach, an dem derzeit 50 Frauen und Männer ein vierjähriges Theologiestudium absolvieren, das mit dem Bakkalaureat abschließt. Insbesondere Religionslehrerinnen und Religionslehrer sowie Diakone werden dort ausgebildet.

Der jetzige Bischof Anba Michael hatte noch als Mönchspriester die neue Kirche in Kröffelbach entworfen und ihren Bau begleitet. Ebenso geht der Aufbau des Theologischen Instituts auf ihn zurück. Seit Jahrzehnten bemüht er sich um gute ökumenische Beziehungen. Das St. Antoniuskloster in Kröffelbach ist das älteste und bedeutendste koptische Kloster in Europa; es wurde nach dem koptischen Mönchsvater Antonius, dem Begründer des Mönchtums, benannt. (ende)