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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Faksimilierte Wiener Genesis (September)

Erstpräsentation und feierlichen Übergabe am 25.9.2019

Aus der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts leuchtet die Wiener Genesis in staunenswerter Pracht und Frische zu uns herüber: in Purpur getränkte Seiten, intensiv leuchtende Farben, Silbertinte für den griechischen Text in pompöser Unzialschrift und Gold zur Ausschmückung und Höhung der Details.

Die auf uns gekommenen 24 Blätter der Handschrift überliefern den ältesten erhaltenen Bilderzyklus der Bibel und verweisen in ihrer Entstehung sowohl zeitlich als auch räumlich auf die Wiege der Christenheit im östlichen Mittelmeerraum, mithin auf das antike Antiocha (heute Antakya) in der römischen Provinz Syria. Die 48 Miniaturen mit ihren 120 Einzelszenen aus dem ersten Buch des Alten Testaments begeistern vor allem durch die Lebendigkeit und künstlerische Meisterschaft in der Darstellung von Mimik und Gestik, von Perspektive und Bewegung.
Die anderthalb Jahrtausend alten Fragmente der Wiener Genesis sind einer der kostbarsten, aber auch empfindlichsten Handschriftenschätze der Österreichischen Nationalbibliothek. Nach einer mehrjährigen Restaurierungsphase werden sie daher aus konservatorischen Gründen so gut wie nicht mehr zugänglich sein. Damit auch zukünftige Generationen dieses einzigartige kulturelle Erbe in seiner unvergleichlichen Schönheit bewundern können, ist der Quaternio Verlag Luzern als anerkannter Spezialist und verlässlicher Partner der ÖNB mit der originalgetreuen Faksimilierung der äußerst fragilen Prachthandschrift beauftragt worden.
Eine besondere Herausforderung stellte hierbei die Wiedergabe der Fehlstellen dar, die durch die sich zersetzende Silbertinte entstanden sind. Im Laufe der vergangenen 15 Jahrhunderte hat sich diese durch das dünne, feine Pergament gefressen, so dass einzelne Buchstaben und Wörter aus den Textzeilen herausgebrochen sind. Diese "Löcher" wurden mittels Laser mit großer Präzision aus den Druckbögen gestanzt. Die betreffenden Seiten durften durch diese Prozedur freilich nicht instabil werden. Im Ergebnis ist die Wiener Genesis im Faksimile als ein Meisterwerk der christlich-byzantinischen Buchmalerei mit all seinen Alterungsspuren seit der Spätantike authentisch erlebbar.

Programm:
1. Begrüßung durch Frau Dr. Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek

2. Festvortrag von Herrn Doz. Mag. Dr. Christian Gastgeber, Byzantinist an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Institut für Mittelalterforschung, über "Die Wiener Genesis zwischen Prunk und Mysterium. So geheimnisvoll wie verzaubernd"

3. Ansprache von S. Em. Metropolit Arsenios von Austria über "Die Wiener Genesis als Zeugnis göttlicher Schöpfung und byzantinischer Geistesgeschichte"

4. Grußwort von Herrn Dipl.-Ing. (FH) Gunter Tampe, Verlags- und Herstellungsleiter des Quaternio Verlags Luzern

5. Feierliche Übergabe des Patronatsexemplars der Faksimile-Edition an Frau Mag. Dr. Sabine Haag, Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission

6. Dankesworte von Frau Mag. Dr. Sabine Haag

Beim anschließenden Apéro / Umtrunk besteht die schöne Gelegenheit, ganz zwanglos mit den anwesenden Experten, Bibliotheks- und Verlagsmitarbeitern ins Gespräch zu kommen.
Während der Veranstaltung am 25. September liegen zwei Faksimile-Exemplare der Wiener Genesis zum Blättern aus, so dass jedes faszinierende Detail der prächtigen Handschrift aus nächster Nähe betrachtet werden kann.

Ort: Oratorium d. Ö. Nationalbibliothek,
Josefsplatz 1, 1015 Wien
Zeit: Mittwoch, 25. September 2019,
18.00–21.00 Uhr






Sektion: Wien

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