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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Konfessionsverbindende Reise in die Schweiz der PRO ORIENTE-Sektion Salzburg (August/September)

Starkes Zeichen lebendiger Ökumene

5 Tage versöhnter Verschiedenheit erlebten Mitglieder von sieben Kirchen (Röm.-Katholisch, Evangelisch AB, Evangelisch HB, Altkatholisch, Serbisch-Orthodox, Rumänisch-Orthodox und Syrisch-Orthodox): unter der Leitung von Matthias Hohla vom Ökumenereferat der Erzdiözese Salzburg begaben sie sich vom 30. August bis 3. September 2019 auf eine konfessionsverbindende Studienreise durch die Schweiz.

Die Reise bot eine gute Gelegenheit, in die Ereignisse vor 500 Jahren einzutauchen und die Schweizer Reformatoren und deren Anliegen im Licht der damaligen Zeit zu verstehen und daraus zu lernen.
Gespräche mit VertreterInnen der Kirchen in Zürich und Genf ermöglichten Austausch und Begegnung. Weitere Höhepunkte der Reise waren die Teilnahme an einem reformierten Taufgottesdienst, der Besuch des Ökumenischen Rates der Kirchen in Genf, wo Welt-Kirche erlebt werden konnte, die Begegnung mit dem Lutherischen Weltbund; weiters Gebet und gemeinsames Mittagessen, zu dem die Serb.-Orth. Kirche - die zahlenmäßig größte Orthodoxe Kirche in der Schweiz - nach Chancy eingeladen hatte, sowie der Besuch des Orthodoxen Zentrums in Chambésy.
Die vielen Begegnungen, Gottesdienste und Gebetszeiten in den besuchten Kirchen und während der Busfahrten machten Gemeinsamkeit erfahrbar und ließen die TeilnehmerInnen spirituelle Unterschiede als gegenseitige Bereicherung erleben.
Allen wurde durch diese Reise wieder bewusst, welche Schätze wir bei den jeweils anderen Kirchen finden und heben und uns gegenseitig in versöhnter Verschiedenheit bereichern können.

Persönliche Eindrücke:

• Dr. Franz Lackner, OFM, Röm.-Kath. Erzbischof von Salzburg:
"Den Spuren von Reformatoren wie Calvin und Zwingli zu folgen, war für mich eine Entdeckungsreise des Glaubens."

• Mag. Olivier Dantine, Superintendent der Evangelischen Diözese (A.B.) Salzburg-Tirol:
"Es ist auffällig und wohltuend, wie die Stadt Zürich mit dem Gedenken an Zwingli umgeht: Das Denkmal Zwinglis wurde vom Sockel geholt und „wandert“ durch die Stadtteile, begegnet also den Menschen. In Genf hat mich beeindruckt, wie die Kirchen in einer sehr säkularisierten Gesellschaft zusammenrücken."

• Pfarrer Mag. Martin Eisenbraun, Generalvikar der Altkatholischen Kirche Österreichs und Vorsitzender des Ökumenischen Arbeitskreises Salzburg:
"Bei den Begegnungen mit der reformierten Kirche in Zürich und beim Gottesdienst in Genf, habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass theoretischer Wissenserwerb wenig mit den konkreten Erfahrungen vor Ort zu tun hat. Vom schlichten und persönlichen Gottesdienst in Genf nehme ich Anregungen für Altkath. Liturgie mit. Die erlebte Gemeinschaft auf dieser Reise, hat mir wieder gezeigt, wie wohl ich mich in der Salzburger Ökumene fühle."
• Andrej Ćilerdžić, Bischof der Serbisch-Orthodoxen Diözese von Österreich-Schweiz, Italien und Malta:
"Persönlich konnte ich meine bisherigen ökumenischen Erfahrungen nochmals überprüfen: Nein! Ich bin nicht ökumenemüde. Im Gegenteil, ich möchte gerne, dass wir alle aus der christlichen Familie wieder eins werden wie es etwa die Urkirche sein konnte, trotz der vielen Schwierigkeiten und Belastungen durch die Jahrhunderte! Durch die Reise konnte ich für mich persönlich und für meine Kirche einen Bericht zusammenstellen, der uns Orthodoxe motiviert, uns vorbildlich dafür einzusetzen, dass der Dialog mit den aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen weitergeht. Denn in diesem, seit den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts geführten Dialog, sind ja auf wissenschaftlich-akademischer Ebene schon viele einleitende Fragen in historischer und systematisch-theologischer Sicht untersucht worden. Es sind Fragen die unsere Kirchen unterscheiden; Fragen der Offenbarung, der Schrift und Tradition, des biblischen Kanons und der Inspiration, der Rolle der ökumenischen Konzile und der altkirchlichen Bekenntnisse usw. Darüber hinaus sind auch schon offiziell die Unterschiede in der Lehre über das Heil und über die Sakramente (Soteriologie und Sakramentaltheologie) behandelt worden. Unsere Kirchen erkennen ja die Apostolische Tradition und die Heilige Schrift an, ja auch die Autorität der ökumenischen Konzile und der dogmatischen Entscheidungen. Eine Studienreise wie diese, in den Hort der Reformation, hat mir als Dialogpartner geholfen, die spezifisch benutzte Sprache der reformierten Tradition besser zu verstehen, da sie aus ihrem schweizerischen historischen und kulturellen Kontext erwachsen ist, was dann auch die große Vielfalt spezifischer Probleme und Standpunkte erklären kann. Das waren Themen, die mich am meisten beschäftigt haben."

• Pfarrer Mag. Thomas Hennefeld, Landessuperintendent der Evangelisch-Reformierten Kirche (H.B.) in Österreich:
"Die Reise war für mich ein besonderes Erlebnis. Es war die passende Mischung aus Spiritualität, Begegnung und Information, und das alles in einem offenen ökumenischen Klima. Ökumene als lockere und vorbildliche Lerngemeinschaft. Danke dafür! Die konfessionsverbindende Reise in die Schweiz war ein starkes Zeichen lebendiger Ökumene. Diese Reise lebte von der Vielfalt an Begegnungen mit Kirchenvertretern unterschiedlicher Konfessionen und von der spirituellen Gestaltung. Für mich war es eine besondere Freude, den Schatz der reformierten Reformation auf den Spuren der großen Reformatoren Zwingli und Calvin mit Menschen verschiedener Kirchen teilen zu dürfen."

Veranstalter der Studienreise waren das Ökumenereferat der Erzdiözese Salzburg gemeinsam mit der Evangelischen Diözese Salzburg-Tirol, der Evangelischen Kirche H.B., der Serbisch-Orthodoxen Kirche und der PRO ORIENTE-Sektion Salzburg.
(HR Mag. Robert Luckmann, PRO ORIENTE Salzburg)


Sektion: VERANSTALTUNG FÄLLT AUS!

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