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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Termine

Juni 2005

Dienstag
14. Juni 2005
19:00
Christentum in Südindien - gelebte Spiritualität in bunter Vielfalt
Vortrag
  • Datum14. Juni 2005, 19:00
  • Ort
      Festsaal der Diplomatischen Akademie
      Favoritenstr. 15a, 1040 Wien
  • Sponsor
      Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
  • SektionWien
  • Statusöffentlich


Den Wortlaut des Vortrages von Metropolit Kuriakose Theophilose können Sie hier lesen und downloaden:
http://www.pro-oriente.at/dokumente/vortrag/Kuriakose2005.doc

Metropolit Kuriakose schilderte in seinem Vortrag die ökumenische Situation der Christen in Kerala, sowie ihr Verhältnis zu den anderen Religionen. Als Bischof ist er für die Gemeinden seiner Kirche in Europa und den Arabischen Emiraten zuständig.

Sowohl der Kolonialismus als auch die Globalisierung haben dazu geführt, dass Inder heute in aller Welt zu finden sind – eine indische Diaspora existiert in über 120 Ländern. Sie bemüht sich um die Bewahrung ihrer Identität. Während das Gemeindeleben in den Arabischen Emiraten „ghettohaften“ Charakter hat, können die indischen Christen in Europa ihren Glauben frei ausüben.

Kerala ist eine kleine Provinz im Südwesten Indiens. Es ist ein Mikrokosmos der religiösen Vielfalt Indiens. Seine Bevölkerung besteht aus 25% Christen, 25% Muslimen und 50% Hindus. Die Christen Keralas gehören der ältesten christlichen Gemeinschaft der Welt außerhalb Palästinas an! Bereits seit dem 6. Jahrhundert ist das Christentum in Kerala historisch belegt. Es gibt eine Überlieferung, die besagt, dass der Apostel Thomas das Christentum bereits im 1. Jh. nach Kerala gebracht habe – wahrscheinlich ist, dass es im 3. Jh. durch christliche Kaufleute aus Syrien eingeführt wurde.

Die sogenannten Thomas-Christen sind zwar in diverse Denominationen gespalten, die ökumenische Situation ist aber als besonders gut zu bezeichnen. Die Christen sind fest in das hindustische Kasten-System integriert und bilden sogar eine der obersten Kasten in Kerala.Sie stellen eine geachtete Minderheit dar, die eine große soziale Rolle in den Bereichen der Bildung, Gesundheit und Armutsbekämpfung spielt. Dank ihrer vielfältigen Verbindungen nach Europa und Amerika leisten sie einen bedeutenden gesellschaftlichen Beitrag.

Diese gemeinnützigen Aktivitäten werden von Hindu-Fundamentalisten mit Argwohn und dem Verdacht beobachtet, dass mit diesen Programmen eine indirekte Bekehrungskampagne unter der Hindu-Bevölkerung betrieben wird. Lange hat es in Kerala keine religiös motivierten Konflikte gegeben. Umso alarmierender sind Nachrichten in letzter Zeit, dass nun auch dort Übergriffe auf Christen provoziert werden. Die indische Zentralregierung hat diese Anfeindungen verurteilt und zu religiöser Toleranz aufgerufen.

Im Oktober 2004 fand die 7. Syrer-Konsultation von PRO ORIENTE in Kerala, der Heimat von vier der neun Kirchen der sogenannten „syrischen Tradition“, statt. Die Delegation aus Österreich war berührt und beeindruckt von der bunten Vielfalt und der tiefen und lebendigen Spiritualität der indischen Christen. In einer Power-Point-Präsentation wurden an diesem Abend die Eindrücke unserer Reise „bildhaft“ vermittelt.

Ebenso präsentierte PRO ORIENTE an diesem Abend auf Wunsch seiner Zuhörer visuell die Highlights seiner Aktivitäten im Jahr 2004/2005, darunter insbesondere die Pilgerfahrt mit Kardinal Schönborn ins Heilige Land in der Osteroktav 2005.

Zum Referenten:
Geb. 1.2.1966 in Kerala, 1986-1989 Malankara Syrisch-Orthodoxen Theoligisches Seminar in Malailcruz, 1989-1993 Theological College in Bangalore, seit 1993 Mitglied der Kommission für den Dialog der Katholischen Kirche mit der Malankara Syrisch-Orthodoxen Kirche (diese untersteht der Oberhoheit des syrisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochien), 1994-2002 Regensburg (u.a. Studium am Ostkirchlichen Institut), 1994 Aschaffenburg, 1995 Dr. theol. in Regensburg, Priesterweihe 2002, seit 2002 Dozent am Seminar von Vettickal, 2003 Bischofsweihe, seit 2004 Metropolit von Europa und den Vereinigten Arabischen Emiraten und Leiter des Ökumene-Referats seiner Kirche. Im Anschluss an einen Pastoralbesuch im November 2004 in Wien ernannte das Oberhaupt der Malankara Syrisch-Orthodoxen Kirche, Katholikos Baselios Thomas I., Metropolit Kuriakose zum Ansprechpartner für PRO ORIENTE in allen ökumenischen Belangen die malankara syrisch-orthodoxe Kirche betreffend.

Programm

    Dr. Johann Marte
    Geschäftsführender Präsident von PRO ORIENTE

    Begrüßung und Power-Point-Präsentation
    "PRO ORIENTE in Bildern - Highlights der Aktivitäten 2004/2005"


    Seine Eminenz Dr. Kuriakose Theophilose
    Malankara syrisch-orthodoxer Metropolit der Diözese der Arabischen Emirate und der Diözese Europa, Metropolit von Mulanthurutty, Ernakulam (Kerala / Südindien)

    Vortrag in deutscher Sprache
    "Christen in Südindien - gelebte Spiritualität in bunter Vielfalt"

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