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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Termine

April 2005

Freitag
29. April 2005
20:00
Die aktuelle Lage der Christen im südlichen Irak
Informationsabend
  • Datum29. April 2005, 20:00
  • Ort
      Residenz des österreichischen Botschafters, 33 rue Goethe, 1637 Luxemburg
  • SektionWien
  • Statusöffentlich

Auf Einladung des Erzbischofs von Luxemburg, Fernand Franck, und des österreichischen Botschafters, Dr. Walter Hagg:


Um Anmeldung wird gebeten:
E-mail: hagg@pt.lu
Fax: 00352 26 19 04 69

Im Anschluss an einen kurzen Einführungsvortrag von Erzbischof Gabriel Kassab von Basra (südlicher Irak) in englischer Sprache, der auch auf Fragen aus dem Publikum eingehen möchte, gibt es die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch mit einem "pot de vin".

In besonderer Weise sind alle Interessierten und Mitarbeiter des Internationalen Bazar Luxemburg zu diesem Abend eingeladen.


Kurzinformation der Stiftung PRO ORIENTE zum Thema und zum Referenten:

Der Irak steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Trümmer aus Jahrzehnten der Diktatur, die Folgen von Krieg und Embargo müssen beseitigt werden.

Als der chaldäisch (katholische) Erzbischof Gabriel Kassab von Basra zum ersten Mal auf Einladung der Stiftung PRO ORIENTE und als Gast von Kardinal Dr. Christoph Schönborn Ende Jänner 2003 nach Österreich kam, ahnte man, dass ein Krieg im Irak kurz bevorstand.

Von Ende März bis Mai 2003 tobte dieser Krieg. Er wurde gefolgt von Terrorakten, die bis heute an der Tagesordnung sind. November 2004 gab es eine Serie von Anschlägen gegen christliche Kirchen in Mossul und Bagdad. Anfang 2005 wurde der syrisch-katholische Erzbischof Basile Georges Casmoussa von Terroristen entführt.

Erzbischof Kassab wird über das berichten, was ihm und seinen Gläubigen in den letzten zwei Jahren widerfahren ist. Damit will er ein authentisches Bild der gegenwärtigen Situation der Christen im Irak vermitteln.

Im Irak leben etwa 750.000 Christen. Rund 40.000 Gläubige haben im letzten Jahr ihre Heimat aus Hoffnungslosigkeit und aus Angst vor Gewalt und Attentaten verlassen. Dieser Exodus, der bereits in den 90er Jahren als Folge des Embargos gegen den Irak und die daraus resultierende schlechte Wirtschaftslage eingesetzt hatte, führt dazu, dass sich der Anteil der Christen an der irakischen Gesamtbevölkerung dramatisch verringert hat.

Am 30. Jänner 2005 setzten die Iraker ein Zeichen der Hoffnung: Die ersten freien Wahlen seit über 50 Jahren! Die Christen sind mit vorläufig 6 Abgeordneten im Parlament vertreten.

Kassab unterhält in Basra 14 Sozialprojekte, die notleidenden Christen und Muslimen gleichermaßen zu Gute kommen, darunter die einzige kostenlose Apotheke im Irak und drei Kindergärten (90% der Kinder dort sind Muslime). Weitere Einrichtungen – ein Altersheim, das Waisenhaus und ein Behindertenheim – wurden während des Krieges geplündert und vorübergehend geschlossen.

Im August 2003 verlieh die Europäische Akademie der Künste und Wissenschaften Kassab in Salzburg den Toleranzpreis und würdigte damit seinen „Einsatz für Toleranz, für den grenzüberschreitenden Dialog und gegen den Rassismus“.

Über den Referenten:
Geboren am 4. August 1938 in Telkeif (Nordirak). Studium im chaldäischen Priesterseminar in Mossul von 1952 bis 1961. Priesterweihe im Juni 1961, danach Dozent und Ökonom im Seminar bis 1965. Ab 1966 Pfarrer in der "Sacred Heart Church" in Baghdad. Ernennung und Weihe zum Erzbischof von Basra im Mai 1996.
Er arbeitete als Lehrer für Katechese in öffentlichen und privaten Schulen von 1960 bis 1983. Er ist Autor zahlreicher Bücher zur Katechese in den irakischen Grundschulen, aus denen seit 1973 bis heute gelehrt wird. Gleichzeitig ist er Vorsitzender Richter im kirchlichen Gericht in Baghdad und Vertreter der irakischen Kirchen im "Middle East Catholic Church Council of catechism". Er ist Präsident des Komitees "Life and Service" des Middle East Council of Churches.

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