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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Termine

Juli 2005

Freitag
8. Juli 2005 - Sonntag
10. Juli 2005
Religionsfreiheit und Prinzipien der Selbstverwaltung der religiösen Institutionen
Seminar
  • Datum08. Juli 2005 -
    10. Juli 2005
  • Ort
      Seminarzentrum "Am Spiegeln"
  • Referierende
      hohe offizielle VertreterInnen aus Blegrad und Pristina, führende Repräsentanten der Serbisch-Orthodoxen Kirche, der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Römisch-Katholischen Kirche im Kosovo und Serbien, internationale RechtsexpertInnen und DiplomatInnen
  • SektionWien
  • StatusNicht öffentlich

Seit 1999 herrscht kalter Friede im Kosovo: Die serbische Provinz steht unter UN-Verwaltung, internationale Friedenstruppen verhindern neuerliche Gewaltausbrüche zwischen der überwiegend muslimischen albanischen Mehrheit und der christlichen serbischen Minderheit, die der serbisch-orthodoxen Kirche angehört. Das Zusammenleben der beiden Volksgruppen ist alles andere als harmonisch. Auf politischer Ebene können sich Serben und Albaner nicht auf den zukünftigen Status der Provinz – Autonomie innerhalb Serbiens oder nationale Souveränität – einigen.

Im Seminar Religionsfreiheit und Prinzipien der Selbstverwaltung der religiösen Institutionen präsentierten WissenschafterInnen vom Institut für Rechtsphilosophie, Religions- und Kulturrecht sowie internationale ExpertInnen Konzepte zur Sicherung der Religionsfreiheit, zur Selbstverwaltung von Religionsgesellschaften sowie zur Erhaltung des religiösen Kulturerbes. Sie stellten Modelle dar, die sich in Europa bewährt haben, unabhängig davon, ob es sich um gesamt- oder gliedstaatliche Kompetenzen handelt. So konnte die Frage der Unabhängigkeit des Kosovo ausgeklammert und eine konstruktive Diskussion in Gang gebracht werden.

Das Seminar in Wien hatte einen aktuellen Anlass: Im kosovarischen Parlament wird zurzeit ein Religionsgesetz diskutiert, ein Gesetz zum Kulturgüterschutz ist in Ausarbeitung. Das Ziel war, das Fachwissen der ExpertInnen den Konfliktparteien für die Gesetzgebung zur Verfügung zu stellen.

Am Ende des Seminars wurde ein Chairman’s Papervorgelegt, das von allen TeilnehmerInnen akzeptiert werden konnte. Darin wurde festgehalten, dass Religionsfreiheit ein konstitutives Element einer modernen Demokratie ist, die auf dem rechtsstaatlichen Prinzip beruht. Jede gesetzliche Regelung der Religionsfreiheit könne nur unter voller Beteiligung aller betroffenen Religionsgemeinschaften stattfinden. Von entscheidender Bedeutung sei die Festschreibung des Rechts der Religionsgemeinschaften auf volle Selbstverwaltung einschließlich des Schutzes des Eigentums. Ebenso wichtig sei der Schutz der religiösen Stätten, der ungehinderte Zutritt für Pilger, Gäste und geistliches Personal, aber auch die Möglichkeit für die religiösen Autoritäten, diesen Zutritt einzuschränken. Es müsse klar sein, dass die administrativen Kompetenzen der zivilen Behörden im Hinblick auf die religiösen Institutionen Einschränkungen unterliegen.Weitere Informationen

Partner


  • Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten
  • Institut für Rechtsphilosophie, Religions- und Kulturrecht der Universität Wien

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