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Franz König

Pro Oriente

Römisch-katholischer Erzbischof von Bagdad besucht Österreich

Der Karmelit Jean Benjamin Sleiman macht in Wien, Linz, Graz und Mariazell auf die dramatische Situation der Christen im Irak aufmerksam und lädt zum Gebet für sie ein

Wien-Bagdad, 18.05.17 (poi) Der römisch-katholische Erzbischof von Bagdad, der Karmelit Jean Benjamin Sleiman, besucht in der kommenden Woche Österreich. Er wird an mehreren Orten – in Wien, Linz, Graz, Mariazell – „Zeugnis aus erster Hand“ über die Situation der Christen im Nahen Osten, insbesondere im Zweistromland, geben. Was die Situation im Irak nach der Zurückdrängung der IS-Terroristen betrifft, ist Erzbischof Sleiman überzeugt, dass ein friedliches Miteinander von Sunniten, Schiiten, Jeziden und Christen ein „gemeinsames, von allen geteiltes Verständnis der Identität des Landes“ voraussetzt.

Am Dienstag, 23. Mai, laden die Päpstlichen Missionswerke in Österreich (Missio-Austria) und die österreichische Sektion von „Kirche in Not“ um 10 Uhr zu einem Pressegespräch mit Erzbischof Sleiman in der „Missio“-Zentrale (1010 Wien, Seilerstätte 12) ein. Mit dem Erzbischof von Bagdad sind Pater Karl Wallner OCist (Rektor der Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz und Nationaldirektor von „Missio“), Herbert Rechberger (Nationaldirektor von „Kirche in Not“) und die Gemeinderätin Gudrun Kugler (Gründerin des „Observatory on Intolerance against Christians“) auf dem Podium. (Infos: Sabine Prenn, Tel.: 01/513 77 22-55, E-Mail: presse@missio.at).

Am 24. Mai ist Erzbischof Sleiman in Linz bei einer Veranstaltung unter dem Titel „Eine Rose für den Frieden im Irak“. Um 17.30 Uhr feiert er die Heilige Messe in der Karmelitenkirche (4020 Linz, Landstraße 33), um 19 Uhr hält er einen Vortrag über die Situation des mesopotamischen Christentums. Dabei und beim anschließenden Gebetsabend ist auch der Linzer Bischof Manfred Scheuer anwesend (der vor kurzem in seiner Eigenschaft als Präsident der „Kardinal-König-Stiftung“ im Irak war und die Ninive-Ebene besucht hat).

Am 26. Mai ist der Erzbischof aus dem Irak beim „Gebetsabend für verfolgte Christen“ im Wiener Stephansdom. Er feiert um 19 Uhr die Heilige Messe und leitet die anschließende Lobpreis-Andacht. Am 27. Mai pilgert Sleiman nach Mariazell; in der „geistlichen Hauptstadt“ Österreichs feiert er um 14 Uhr die Heilige Messe für die verfolgten Christen. (Möglichkeit der Bus-Mitfahrt: Mattäa Maurer, Tel.: 01/ 513 77 22-41).

Am 28. Mai ist der Erzbischof wieder in Wien, wo er um 18 Uhr bei seinen Mitbrüdern in der Karmelitenkirche in der Silbergasse im 19. Bezirk die Heilige Messe für die verfolgten Christen zelebrieren wird. Am 29. Mai steht Graz auf dem Programm: Um 19 Uhr hält er im Barocksaal des Priesterseminars (8010 Graz, Bürgergasse 2) einen Vortrag über die Lage der minoritären Religionsgemeinschaften im Irak. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem „Welthaus“ der Diözese Graz-Seckau und mit der Grazer Sektion von „Pro Oriente“ statt. Am 1. Juni spricht Erzbischof Sleiman um 18:30 Uhr an der Wiener Universität (Hauptgebäude, Hörsaal 46) über „Die politische Lage im Nahen Osten und die Religionsfreiheit“.

Der Besuch des Erzbischofs von Bagdad erfolgt auf Einladung seiner Mitbrüder, der Karmeliten in Österreich, und geschieht in Zusammenarbeit mit „Missio“, der „Initiative Christlicher Orient“ (ICO), „Kirche in Not“ (und für die Veranstaltung am 1. Juni) mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Erzbischof Sleiman wird sowohl mit Kardinal Christoph Schönborn als auch mit dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, zusammentreffen.

Die Unbeschuhten Karmeliten haben im Zweistromland eine ins 16. Jahrhundert zurückreichende Geschichte. Der Karmelitenpater Ignatius a Jesu (Carlo Leonelli) verfasste im 16. Jahrhundert auf der Grundlage seiner Tätigkeit im heutigen Irak das erste wissenschaftliche Werk über die Mandäer, eine Religionsgemeinschaft, die sich auf den Heiligen Johannes den Täufer beruft. In neuerer Zeit war P. Anastas al-Karmali (1866-1947) einer der führenden Arabisten seiner Zeit. Er übernahm 1920 die Leitung der „Maqtabat al-Salam“ (Friedensbibliothek) in Bagdad, die den Grundstock der irakischen Nationalbibliothek bildete. (ende)