Pro Oriente Logo

Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Syrisch-orthodoxer Patriarch Mar Ignatius Aphrem II.: „Die Jugend ist die Kirche“

Beim Suryoyo-Weltjugendtreffen im Libanon betonte der Patriarch von Antiochien, dass alles getan werden soll, um die östliche Kultur in der Kirche der Diaspora zu fördern

Beirut, 06.08.17 (poi) Zum Vertrauen auf Jesus Christus inmitten aller Schwierigkeiten der Welt von heute hat der syrisch-orthodoxe Patriarch Mar Ignatius Aphrem II. die Jugend seiner weltweit präsenten Kirche aufgerufen. Beim Abschlussgottesdienst des Suryoyo-Weltjugendtreffens im Marienkloster im libanesischen Fatqa betonte der Patriarch am Fest der Verklärung Christi seine Freude über die Teilnahme von jugendlichen Delegierten aus 18 Nationen: „Die Jugend ist nicht die Zukunft der Kirche, sie ist die Kirche“. Schon bei der Eröffnung des Weltjugendtreffens hatte Mar Ignatius Aphrem II. erklärt: „Wir werden weiterhin unsere östliche, orientalische Kultur in der Kirche der Diaspora fördern, wir werden weiterhin unsere Jugend ermutigen, auf das stolz zu sein, was sie ist“. Im Anschluss nahm er den Facebook-Auftritt von „Radio Kifo“, dem neugegründeten syrisch-orthodoxen Jugendradio, in Betrieb. Eindringlich appellierte der Patriarch an die Jugendlichen, nicht nur die allgemeine Berufung des getauften Christen zu sehen, sondern auch die Berufung zum Priestertum oder zum monastischen Leben in Betracht zu ziehen.

Die jungen syrisch-orthodoxen Christen aus aller Welt präsentierten in Fatqa – wo zahlreiche syrisch-orthodoxe Bischöfe aus dem Libanon, aus Syrien, dem Irak, Indien, Deutschland und den Niederlanden anwesend waren - ihre Talente im Bereich der Malerei, der Musik, des Schauspiels, der Poesie usw. Herzstück des Treffens waren aber das „Leadership“-Programm, bei dem es vor allem darum ging, den jungen Leuten zu vermitteln, wie sie inmitten der rasanten gesellschaftlichen Veränderungen Zeugen des Evangeliums sein können, und die „Geistlichen Gespräche“. Unter den Referenten der „Gespräche“ waren der maronitische Auxiliarbischof Joseph Naffah, der ausgehend von der Geschichte Jesajas die Antwort der Propheten auf die Berufung durch Gott nachzeichnete und an die Jugendlichen appellierte, die Herausforderungen von heute mit Begeisterung und in Treue zum Wort Gottes anzunehmen, und der Leiter der Jugendseelsorge-Abteilung des syrisch-orthodoxen Patriarchats, Raban Jack Yacoub, der die jungen Leute als „Missionare“ und „Prediger des Evangeliums“ würdigte. Jean Barbara, der Präsident der syrisch-orthodoxen Laienbewegung „Schwert des Geistes“, behandelte das notwendige Erkennen der „Zeichen der Zeit“.

Ab 2018 eigenes Kirchen-TV

Im Rahmen des Weltjugendtreffens wurden auch zwei Institutionen vorgestellt, auf die man im syrisch-orthodoxen Patriarchat große Hoffnungen setzt. Einerseits ging es um das Seminar St. Aphrem in Sednaya bei Damaskus, das nicht nur Priester, sondern auch kirchliche Laienmitarbeiter ausbildet. Andererseits wurde der neue TV-Kanal „Suboro TV“ präsentiert. Der Sender (dessen Name auf aramäisch an die Verkündigung des Engels an Maria erinnert) soll seine Sendetätigkeit im kommenden Jahr am 25. März, dem von den Christen im Nahen Osten besonders gefeierten Fest der Verkündigung, aufnehmen.“Verfolgung und Assimilierung bedrohen unsere Existenz, weshalb wir eine neue Unterstützung brauchen, einen Kanal, der unser Volk mit seinen Programmen erleuchtet und eint”, hieß es vor kurzem in der ersten offiziellen Ankündigung des Senders. Es gebe zwar bereits etliche TV-Sender, die dem Erhalt der Suryoyo-Sprache und ihrer Verbreitung dienen, doch verfolge jeder dieser Sender eine eigene „politische Linie”, während „Suboro TV“ als kirchlicher Sender nicht mit einer politischen Agenda in Verbindung gebracht werden solle. Die Mission des neuen TV-Senders werde die „Verbreitung des Evangeliums unseres Herrn Jesus Christus, des Glaubens der Kirche und der Lehren der Väter der syrisch-orthodoxen Kirche“ sein. Außerdem solle er „die Verständigung unter den Kulturen und den religiösen Dialog fördern“. Die Studios von „Suboro TV“ werden im Libanon und in Deutschland ansässig sein.(ende)