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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

TV-Film über die belgische Ökumene-Abtein Chevetogne

Die aus Anlass der diesjährigen Weltgebetswoche für die Einheit der Christen produzierte Dokumentation des französischen katholischen TV-Senders KTO gibt es auch mit englischen Untertiteln

Brüssel-London, 15.01.18 (poi) Über die belgische Abtei Chevetogne und ihr ökumenisches Engagement hat der französische katholische TV-Sender KTO aus Anlass der diesjährigen Weltgebetswoche für die Einheit der Christen einen 52-Minuten-Dokumentarfilm erstellt. Eine Fassung dieses Films mit englischen Untertiteln hat am 19. Jänner im Mount Street Jesuit Centre in London Premiere. Der Film von Alexia Veriter trägt den Titel „Dass alle eins seien. Das Kloster von Chevetogne und seine ökumenische Berufung“. Die Benediktiner von Chevetogne wurden zur Förderung der christlichen Einheit durch Begegnung, Verständigung, Dialog, Gebet und Liturgie begründet. Das Kloster ist im internationalen katholisch-orthodoxen, im katholisch-anglikanischen und im katholisch-reformierten Dialog engagiert.

Die heutige Gemeinschaft von Chevetogne wurde 1925 in der belgischen Stadt Amay von P. Lambert Beauduin in einem ehemaligen Karmelitenkloster gegründet. Im Jahr davor hatte Papst Pius XI. in einem Apostolischen Brief an Abtprimas Fidelis von Stotzingen den Benediktinern die Versöhnung mit den Ostkirchen zur besonderen Aufgabe gemacht. P. Beauduin, Angehöriger der belgischen Abtei Mont-Cesar in Löwen, nahm dies mit einigen Mitbrüdern zum Anstoß für eine Neugründung, die speziell diesem Ziel gewidmet sein sollte. Nachdem die Gemeinschaft gewachsen war, zog sie 1939 in die ehemalige Schlossanlage Chevetogne nahe der Stadt Ciney um. Seit 1956 leiten die Benediktiner von Chevetogne auch das Pontificio Collegio Greco in Rom und betreuen die angeschlossene Kirche Sant’Atanasio dei Greci. 1990 erfolgte die Erhebung von Chevetogne zur Abtei. Erster Abt wurde P. Michel Van Parys, der die Gemeinschaft bereits seit 1971 als Prior geleitet hatte.

Die Gebäude der Abtei wurden Mitte des 19. Jahrhunderts von Charles Delvaux de Fenffe als seine Residenz im Neorenaissancestil errichtet. 1903–1923 bewohnten es die Mönche von Liguge, die Frankreich wegen der laizistischen Trennungsgesetze hatten verlassen müssen. Sie bauten das Schloss aus und erweiterten es. Nach ihrer Heimkehr wurden die Gebäude an Privatpersonen vermietet. 1932–1938 waren sie Unterkunft für spanische Jesuiten, die in der Vorphase des spanischen Bürgerkriegs vertrieben worden waren. Die Benediktiner, die 1939 einzogen, fügten 1955–1957 an der Südseite eine Kirche für den byzantinischen und 1981–1988 an der Nordseite eine Kirche für den lateinischen Ritus hinzu. Die Mönche von Chevetogne leben nach dem benediktinischen Grundsatz „Bete und arbeite“. Die Arbeit umfasst Landwirtschaft, Gästebetreuung – für Einzelpersonen und ökumenische Tagungen – und Wissenschaft – die Bibliothek enthält zirka 150.000 Bände. (ende)

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